Auf dieser Seite
1. Wo stehen Ihre Daten?
| Was Sie sehen | Ihr Fall | Was tun |
|---|---|---|
| Ihre Nummer oder Adresse steht in einem Beitrag oder Profil auf X, Meta, Reddit oder Telegram | Private Informationen auf einer Plattform | Abschnitt 3 |
| Sie stehen auf einer Website, in einem Forum oder einem Verzeichnis | Veröffentlichung auf einer fremden Seite | Abschnitt 4 |
| Eine Seite mit Ihren Daten erscheint, wenn man Ihren Namen bei Google eingibt | Suchergebnis | Abschnitt 3 (Google) und Abschnitt 4 |
| Der Beitrag enthält Beleidigungen, Drohungen oder Aufrufe, Sie zu belästigen | Doxxing mit Drohungen | Abschnitt 2, dann Abschnitt 5 |
| Eine Seite verlangt Geld dafür, Ihre Daten zu löschen | Seite mit missbräuchlicher Praxis | Abschnitt 3 (Google) |
„Doxxing“ bedeutet, private Informationen über eine Person ohne ihre Zustimmung online zu veröffentlichen, oft um ihr zu schaden. Es steckt nicht immer böse Absicht dahinter: Eine alte Nummer, die in einem Verzeichnis oder einer Anzeige vergessen wurde, behandeln Sie genauso.
2. Zuerst: Ihre Sicherheit und die Beweise
- Schätzen Sie die Gefahr ein. Ist die veröffentlichte Adresse die, an der Sie wohnen, und kommen Drohungen oder Aufrufe dazu, sprechen Sie mit einer Vertrauensperson und erstatten Sie zügig Anzeige (Abschnitt 5). Löschungen folgen danach, sie ersetzen den Schutz nicht.
- Machen Sie datierte Screenshots, auf denen die Angabe, der Account oder die Seite, die sie veröffentlicht, und das Datum zu sehen sind.
- Notieren Sie die genaue URL jedes Beitrags, nicht nur den Namen der Website. Kopieren Sie auch Kontonamen und Profil-Link.
- Bewahren Sie Nachrichten und Anrufe auf, die nach der Veröffentlichung bei Ihnen ankamen (Screenshots, Anrufliste).
- Löschen Sie nichts und antworten Sie nicht der Person, die veröffentlicht: Das verschafft dem Beitrag nur mehr Aufmerksamkeit. Sichern Sie die Beweise vor dem Löschantrag, denn danach können Sie den Inhalt nicht mehr zeigen.
3. Auf jeder Plattform die Löschung beantragen
Google: die Seite aus den Suchergebnissen entfernen lassen
Google nimmt Löschanträge für Kontaktdaten (Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse), amtliche Ausweisnummern, Bankdaten und andere sensible Angaben an. Auch Doxxing lässt sich melden, wenn die URL Ihre persönlichen Daten zusammen mit ausdrücklichen oder versteckten Drohungen enthält.
- Öffnen Sie das Tool „Ergebnisse zu Ihrer Person“ („Results about you“) mit Ihrem Google-Konto. Es hilft, Ergebnisse mit Ihren Kontaktdaten zu finden und deren Entfernung zu beantragen; für neue Treffer können Sie Benachrichtigungen einschalten.
- Oder nutzen Sie das Formular zum Entfernen von Inhalten und wählen Sie die Kategorie für persönliche Informationen (Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse). Für Doxxing mit Drohungen und für Seiten, die Geld für das Löschen verlangen, gibt es jeweils eine eigene Kategorie.
- Geben Sie Ihr Wohnsitzland an, die genauen URLs der Seiten und, falls nötig, Screenshots. Ein Formular nimmt bis zu 1.000 URLs auf.
- Warten Sie auf die E-Mail mit der Entscheidung. Google prüft jeden Antrag und berücksichtigt dabei das öffentliche Interesse. Möglich sind eine vollständige oder eine teilweise Entfernung (die Seite erscheint dann nicht mehr bei Suchen, die Ihren Namen enthalten).
Wichtig: Das entfernt die Seite aus Google, nicht von der ursprünglichen Website. Um die Angabe an der Quelle zu löschen, wenden Sie sich an die Website oder Plattform (Rest dieses Abschnitts und Abschnitt 4). Mehr dazu unter Google-Suchergebnis löschen lassen.
X (Twitter)
Die Richtlinie von X verbietet es, nicht öffentliche Telefonnummern, Wohnadressen oder Standortangaben ohne Zustimmung weiterzugeben oder anzudrohen, sie zu veröffentlichen. Bei eindeutig missbräuchlichen Fällen kann jede Person melden. Bei nicht missbräuchlicher Weitergabe muss die betroffene Person selbst oder ihre Vertretung (Anwalt, Vormund) melden.
- Öffnen Sie am Beitrag das Menü „…“, dann Melden, und wählen Sie den Grund für private Informationen.
- Oder nutzen Sie das Formular zu privaten Informationen im Hilfe-Center von X.
- Melden Sie auch den Account selbst, wenn er vor allem dazu dient, Sie bloßzustellen. Siehe Fake-Account auf X melden.
Meta (Facebook, Instagram)
Meta hat in seinen Gemeinschaftsstandards eine Regel zu Verletzungen der Privatsphäre. Am sichersten ist die integrierte Meldefunktion: Öffnen Sie das Menü „…“ am Beitrag, Kommentar oder Profil, wählen Sie Melden und dann den Grund, der Ihrem Fall am nächsten kommt (private Informationen, Belästigung). Die genauen Bezeichnungen unterscheiden sich je nach App. Instagram gibt an, dass man Inhalte auch ohne Konto melden kann, manchmal mit Hilfe einer anderen Person. Das Instagram-Formular zu Datenschutzverletzungen betrifft Fotos und Videos, nicht geschriebene Nummern oder Adressen.
Reddit verbietet es, persönliche Informationen einer Person oder Links dorthin zu posten. Für solche Verstöße verweist Reddit auf seine Meldeseite: Wählen Sie den Grund für persönliche Informationen. Auch die Moderatoren des Subreddits können den Beitrag entfernen, melden Sie ihn deshalb zusätzlich über sein Menü. Siehe Reddit: Bilder löschen lassen.
Telegram
Die Telegram-Apps haben eine Schaltfläche Melden für illegale Inhalte (Android: Nachricht antippen; iOS: Nachricht gedrückt halten; Desktop: Rechtsklick). Sie können auch an abuse@telegram.org schreiben und die Links (t.me/…) beifügen. Telegram gibt an, keine Anträge zu privaten Gruppen und Chats zu bearbeiten, sondern nur zu öffentlich zugänglichen Inhalten (Kanäle, öffentliche Gruppen, Bots). Für die Europäische Union gibt es zusätzlich ein DSA-Meldeformular: Erklären Sie klar, warum der Inhalt rechtswidrig ist, sonst kann die Meldung abgewiesen werden. Siehe Telegram: Bilder löschen lassen.
4. Websites, Foren und Verzeichnisse: das Recht auf Löschung
Steht die Angabe auf einer Website oder in einem Forum, empfiehlt die französische Datenschutzbehörde CNIL, zuerst die Seite anzuschreiben, die sie veröffentlicht. Grundlage ist die DSGVO (Art. 17, Recht auf Löschung) zusammen mit dem Widerspruchsrecht (Art. 21). Die Regeln gelten in der EU.
- Finden Sie heraus, wer die Seite betreibt: im Impressum, in den Nutzungsbedingungen oder in der Datenschutzerklärung. Viele Seiten bieten ein Formular an.
- Formulieren Sie Ihren Antrag mit der genauen URL jeder Seite, den zu löschenden Daten („meine Telefonnummer“, „meine Adresse“) und Ihrem Grund. Das Musterschreiben der CNIL stützt sich auf Art. 17 und 21 DSGVO, es ist auf Französisch, zeigt aber den Aufbau. Unsere Vorlage für einen Löschantrag kann Ihnen als Grundlage dienen.
- Bitten Sie außerdem, dass die Seiten nicht mehr von Suchmaschinen angezeigt werden, und bewahren Sie einen Versandnachweis auf.
- Warten Sie einen Monat. Der Verantwortliche muss unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats antworten; bei komplexen Anträgen kann die Frist auf drei Monate verlängert werden, mit Mitteilung an Sie.
- Bei ausbleibender Antwort oder Ablehnung können Sie sich bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde beschweren (nach Art. 77 DSGVO) und Ihren Antrag samt Antwort beifügen.
- Reagiert die Seite gar nicht, informieren Sie den Hostinganbieter. Der Digital Services Act (Art. 16) verpflichtet Hostingdienste, ein Meldeverfahren für rechtswidrige Inhalte bereitzustellen. Erklären Sie, warum der Beitrag rechtswidrig ist.
Das Recht auf Löschung gilt nicht uneingeschränkt: Es kann etwa mit Verweis auf Meinungs- und Informationsfreiheit, eine rechtliche Verpflichtung oder die Verteidigung von Rechtsansprüchen abgelehnt werden. Je privater die Angabe (Wohnadresse, persönliche Nummer) und je klarer der Schaden, desto stärker ist Ihr Antrag.
Bei Suchmaschinen heißt dasselbe „Auslistung“: Das Ergebnis verschwindet aus Suchen nach Ihrem Namen, aber nicht von der Seite. Lehnt die Suchmaschine ab oder schweigt sie über die Frist hinaus, können Sie sich an die Datenschutzbehörde wenden.
5. Drohungen, Belästigung, Gefahr: Anzeige erstatten
Wurde Ihre Adresse zusammen mit Drohungen oder Aufrufen veröffentlicht, oder tauchen Fremde bei Ihnen auf oder melden sich:
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, auf der Wache oder online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Legen Sie Screenshots, URLs und erhaltene Nachrichten bei. Sie können auch gegen Unbekannt Anzeige erstatten.
- Melden Sie es auch der Plattform und weisen Sie auf die Drohungen hin (Abschnitte 3 und 4).
- Informieren Sie Ihr Umfeld, und Ihren Arbeitgeber, wenn die Angabe auf Ihren Arbeitsplatz verweist. Fühlen Sie sich zu Hause in Gefahr, bleiben Sie nicht allein.
- Bewahren Sie alle Spuren auf. Eine Löschung durch die Plattform macht Ihre Anzeige nicht ungeschehen, und Ihre Screenshots bleiben in Ihrer Akte.
6. Was das Recht sagt
Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Das nationale Strafrecht unterscheidet sich von Land zu Land, und für Ihren Fall sollten Sie sich an die Polizei oder an eine Anwältin bzw. einen Anwalt wenden. Auf europäischer Ebene gilt:
- DSGVO, Art. 17: Sie können die Löschung Ihrer personenbezogenen Daten in den dort genannten Fällen verlangen, zum Beispiel wenn die Daten unrechtmäßig verarbeitet wurden oder wenn Sie Widerspruch (Art. 21) eingelegt haben und keine vorrangigen berechtigten Gründe bestehen. Ausnahmen gibt es unter anderem für die Meinungs- und Informationsfreiheit. Die Antwortfrist beträgt nach Art. 12 einen Monat.
- Digital Services Act: Plattformen müssen ein Verfahren bieten, um rechtswidrige Inhalte zu melden, und Entscheidungen begründen.
Zur Einordnung: In Frankreich ist es seit 2021 eine Straftat, Informationen zu veröffentlichen, die eine Person identifizieren oder lokalisieren, um sie einem Risiko auszusetzen (Art. 223-1-1 Code pénal). Das gilt nur dort. Wie das in Deutschland, Österreich oder der Schweiz eingeordnet wird, klären Sie am besten mit der Polizei oder einem Anwalt.
7. Das Risiko künftig verringern
- Suchen Sie sich regelmäßig selbst bei Google (Name, Nummer, Adresse) und aktivieren Sie die Benachrichtigungen im Tool „Ergebnisse zu Ihrer Person“.
- Prüfen Sie, was Sie selbst zeigen: eine Nummer in der Bio, eine Adresse in einer Anzeige, Hausnummern oder Schilder auf Fotos Ihres Zuhauses.
- Nutzen Sie eine zweite Nummer für Anmeldungen und Anzeigen, wenn Ihre eigene stark kursiert.
- Schützen Sie Ihre Konten: ein eigenes Passwort pro Dienst, Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine sichere Wiederherstellungs-E-Mail. Viele Doxxing-Fälle beginnen mit einem gehackten Konto.
- Begrenzen Sie öffentliche Profile und Kontaktlisten, und bitten Sie Bekannte, Ihre Adresse nicht zu posten.
- Verlangen Sie bei Seiten, die Ihre Daten gesammelt haben, die Löschung an der Quelle, mit einem Schreiben wie in Abschnitt 4.
Ihre Daten für Sie entfernen lassen
Stehen Ihre Daten auf mehreren Seiten, tauchen sie nach einer Löschung wieder auf oder möchten Sie die Formulare nicht selbst ausfüllen, übernimmt unser Service Bilder und Inhalte löschen lassen: Wir suchen die betroffenen Seiten, stellen Löschanträge bei Plattformen, Hostern und Google mit der passenden Begründung und fassen nach, bis eine Antwort kommt. Unser Team und unsere KI-Technologien suchen, sichern Beweise, melden und haken nach, mit beeindruckender Effizienz. Jede Meldung wird vor dem Versand geprüft. Festpreis, Erstattung, wenn keine Maßnahme möglich ist. Private Daten oder Inhalte sind gerade geleakt? Für eine schnelle Löschung siehe unseren Notfall-Einsatz. Werden Sie bedroht oder erpresst, wenden Sie sich zuerst an die Polizei. Ein Ergebnis garantieren wir nicht, die endgültige Entscheidung trifft jede Seite oder Plattform. Die Pakete finden Sie auf der Seite Preise. Für eine Anzeige oder eine Klage wenden Sie sich an die Polizei oder an eine Anwältin bzw. einen Anwalt.
Wenn Sie unter 18 sind oder sich in unmittelbarer Gefahr befinden, rufen Sie den Notruf 112 an (in Frankreich zusätzlich die kostenlose Nummer 3018 bei Cybermobbing).
Geprüft von Léo, Gründer von SOS Deepfake.
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Kann ich eine Telefonnummer bei Google entfernen lassen?
Wie lange dauert die Löschung?
Die Seite lehnt ab oder antwortet nicht. Was nun?
Und wenn eine Privatperson meine Nummer veröffentlicht hat?
Kann ich erfahren, wer meine Daten veröffentlicht hat?
Quellen
- Google, „Remove your personal information from Google Search“
- Google, Formular zum Entfernen von Inhalten
- Google, „Results about you“
- X, Richtlinie zu privaten Informationen
- X, Formular zu privaten Informationen
- Reddit, „Is posting someone's private or personal information okay?“
- Instagram, „Report something if you don't have an account“
- Meta, Gemeinschaftsstandards, Privacy Violations
- Telegram FAQ (illegale Inhalte melden)
- Telegram, DSA-Meldungen
- CNIL, „Le droit à l'effacement“
- CNIL, Musterschreiben
- CNIL, „Le droit au déréférencement“
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 12, 17, 21 und 77
- Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 16
- Code pénal (Frankreich), Art. 223-1-1
- BMJV, hilfe-info.de: Onlinewachen der Länder