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1. Fake-Account, Parodie oder gehackter Account?

Was Sie sehenIhr FallWas tun
Ein Account nutzt Ihren Namen, Ihr Foto oder Ihre Bio und erweckt den Eindruck, Sie zu seinIdentitätsbetrugAbschnitte 2 und 3
Der Account nennt sich Parodie, Fan oder Kommentar, kennzeichnet das aber nicht deutlichNicht regelkonforme ParodieAbschnitt 3: X kann eine Profiländerung verlangen oder sperren
Der Account hat einen blauen Haken und Ihren NamenTrotzdem IdentitätsbetrugAbschnitt 4
Der Account veröffentlicht private Fotos, Ihre Adresse oder intime Bilder, echt oder gefälschtPrivate Informationen oder MedienAbschnitt 5
Sie kommen nicht mehr in Ihr echtes Konto, oder es postet Dinge, die Sie nicht geschrieben habenGehackter AccountEnde von Abschnitt 3

X erlaubt Parodie-, Kommentar- und Fan-Accounts nur, wenn alle vier Bedingungen erfüllt sind: ein Begriff wie „parody“, „fake“, „fan“ oder „commentary“ am Anfang des Account-Namens, ein solcher Begriff auch in der Bio, ein Profilbild, das nicht identisch mit dem der dargestellten Person ist, und das eigene Profil-Label (PCF-Label). Ein Account, der diese Bedingungen nicht erfüllt und sich als Sie ausgibt, verstößt gegen die Authentizitätsrichtlinie von X.

2. Beweise sichern, bevor Sie melden

  1. Notieren Sie den genauen @Namen und die vollständige Adresse (x.com/name). Der Anzeigename kann sich jederzeit ändern, die Adresse zählt.
  2. Machen Sie datierte Screenshots von Profil, Bio, Beiträgen und Nachrichten an Ihre Kontakte.
  3. Kopieren Sie den Link zu jedem schädlichen Beitrag (Menü „…“ des Beitrags, dann Link teilen).
  4. Antworten Sie dem Fake-Account nicht und zitieren Sie ihn nicht öffentlich: Das verschafft ihm nur Reichweite.

3. Den Fake-Account bei X melden

Wenn Sie selbst (oder Ihr Unternehmen) nachgeahmt werden

  1. Nutzen Sie das Formular für Identitätsbetrug im Hilfe-Center von X. X schreibt ausdrücklich, dass Sie keinen X-Account brauchen, um Identitätsbetrug zu melden.
  2. Geben Sie an, dass Sie die nachgeahmte Person sind, nennen Sie den @Namen des Fake-Accounts und beschreiben Sie kurz, was täuscht (Name, Foto, Bio, Nachrichten in Ihrem Namen).
  3. Wird ein Ausweis verlangt, senden Sie ihn nur über dieses offizielle Formular, nie an einen Account, der Sie als „X Support“ anschreibt.
  4. Bewahren Sie die Bestätigungs-E-Mail auf, um nachfassen zu können.

In der App oder auf der Website (wenn Sie ein Konto haben)

Öffnen Sie das Fake-Profil, tippen Sie auf das Symbol „…“, dann auf Melden, und wählen Sie den Grund, dass sich der Account als Sie oder eine andere Person ausgibt. Freunde können den Account auf dieselbe Weise als Unbeteiligte melden. Melden Sie zusätzlich jeden schädlichen Beitrag (Symbol „…“ am Beitrag, dann Melden).

Was X tut: Nach der Prüfung wird ein Account mit Verstoß gesperrt oder muss sein Profil ändern. Bei einer falsch gekennzeichneten Parodie ist der erste Schritt oft eine verlangte Profiländerung, bei Wiederholung droht die Sperre. Laut X wird der Eingang von Meldungen innerhalb von 24 Stunden bestätigt, die Bearbeitung dauert meist einige Tage, manchmal bis zu 30 Tage.

Wenn Ihr echter Account gehackt wurde: Setzen Sie das Passwort zurück („Passwort vergessen“), sichern Sie zuerst Ihre E-Mail, entziehen Sie unbekannten Drittanbieter-Apps den Zugriff und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Kommen Sie trotzdem nicht hinein, stellen Sie eine Support-Anfrage bei X mit Ihrem Nutzernamen und dem Datum Ihres letzten Zugriffs.

4. Der Fake-Account hat einen blauen Haken

Bei X bedeutet der blaue Haken, dass der Account ein X-Premium-Abo bezahlt und bestimmte Kriterien erfüllt. X schreibt selbst, dass er nicht bedeutet, dass die Identität geprüft wurde. Auch ein Betrüger kann ihn also bekommen.

  1. Melden Sie den Account genauso (Abschnitt 3): Der Haken schützt nicht vor einer Sperre wegen Identitätsbetrugs.
  2. Erwähnen Sie den Haken in der Meldung: Die Kriterien von X schließen irreführende Accounts aus, und wer Namen, Foto oder @Namen ändert, verliert den Haken, bis der Account erneut geprüft ist.
  3. Warnen Sie Ihr Publikum: Viele halten den Haken noch immer für einen Identitätsnachweis.

5. Private Fotos, persönliche Daten oder intime Bilder

  1. Persönliche Daten (Adresse, Telefonnummer, Ausweis, Bankdaten): Melden Sie den Beitrag mit dem Grund für private Informationen oder nutzen Sie das Formular für private Informationen. Gewöhnliche Fotos oder Videos von Ihnen, die ohne Erlaubnis gepostet wurden, kann nur die betroffene Person oder ihre Vertretung (Eltern, Anwalt) melden.
  2. Intime Bilder, auch wenn Ihr Gesicht per Bearbeitung oder KI auf einen nackten Körper montiert wurde: Melden Sie den Beitrag als sensibles Foto oder Video und dann als nicht autorisierten intimen Inhalt, oder nutzen Sie dasselbe Formular. X gibt an, den Account, der das Bild zuerst gepostet hat, dauerhaft zu sperren.
  3. Verbreitung anderswo verhindern: Waren Sie auf den Bildern volljährig und haben Sie die Bilder, erstellt StopNCII.org auf Ihrem Gerät einen digitalen Fingerabdruck (das Bild verlässt das Gerät nicht), mit dem Partnerplattformen die Veröffentlichung blockieren.
  4. Mehr Hilfe: Fake-Nacktbilder mit KI, Bilder löschen lassen und, wenn Geld gefordert wird, Sextortion: Was tun?. Sind Sie unter 18, finden Sie Hilfe auf unserer Seite unter 18.

6. Wenn X nicht reagiert

  1. Nutzen Sie das DSA-Meldeformular von X für rechtswidrige Inhalte in der EU, also auch in Deutschland und Österreich. Der Digital Services Act verpflichtet X, Ihre Meldung zu bearbeiten und die Entscheidung zu begründen. Den Text liefert unsere Vorlage für den Löschantrag.
  2. Legen Sie Beschwerde ein über das interne Beschwerdeverfahren von X; danach stehen eine zertifizierte außergerichtliche Streitbeilegungsstelle oder die Gerichte offen. In Deutschland nimmt die Bundesnetzagentur über ihr Nutzerportal Beschwerden zu Online-Plattformen entgegen.
  3. In der Schweiz gilt der DSA nicht: Melden Sie dort erneut mit Verweis auf die frühere Meldung und neuen Belegen.
  4. Prüfen Sie andere Plattformen: Wer einen Fake-Account auf X anlegt, tut es oft auch anderswo. Siehe Instagram Fake-Account melden und Fotos geklaut: Was tun?.

7. Was das Gesetz sagt

Die Regeln von X verbieten Identitätsbetrug, die Veröffentlichung privater Informationen und intimer Bilder ohne Einwilligung. Deshalb wirkt eine gut gemachte Meldung meist ohne Gericht. In Deutschland gibt es keinen eigenen Straftatbestand für Fake-Accounts. Je nach Fall greifen das Recht am eigenen Bild (§§ 22, 33 KUG), Nachstellung (§ 238 StGB, erfasst auch Inhalte, die unter falscher Identität veröffentlicht werden), Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269 StGB), Betrug (§ 263 StGB) oder Beleidigung und üble Nachrede (§§ 185 ff. StGB). Anzeige erstatten Sie bei der Polizei oder online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. In der Schweiz ist Identitätsmissbrauch seit dem 1. September 2023 strafbar (Art. 179decies StGB, auf Antrag); gemeldet wird über cybercrimepolice.ch oder bei der Kantonspolizei. In Österreich kann etwa die fortdauernde Belästigung im Wege einer Telekommunikation strafbar sein (§ 107c StGB). Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung: Für Ihren Fall sprechen Sie mit einer Anwältin oder einem Anwalt. Mehr im Ratgeber Identitätsdiebstahl: Was tun?.

Fake-Accounts löschen lassen

Bleibt der Fake-Account online oder kommt er unter neuen Namen zurück, übernimmt unser Service Fake-Profil löschen lassen: Wir suchen nach Accounts und Inhalten mit Ihrem Namen, melden sie mit dem richtigen Grund und den Nachweisen, die Plattformen verlangen, und fassen nach, bis die Plattform antwortet. Unser Team und unsere KI-Technologien suchen, sichern Beweise, melden und haken nach, mit beeindruckender Effizienz. Jede Meldung wird vor dem Versand geprüft. Eine Löschung können wir nicht garantieren, die Entscheidung trifft X. Die Pakete finden Sie auf der Seite Preise. Für eine Anzeige oder eine Klage wenden Sie sich an die Polizei oder an eine Anwältin bzw. einen Anwalt.

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Häufige Fragen

Kann ich einen Fake-Account auf X ohne eigenes X-Konto melden?
Ja. X schreibt, dass Sie für die Meldung von Identitätsbetrug keinen Account brauchen. Das Formular im Hilfe-Center steht allen offen.
Ist ein Parodie-Account mit meinem Namen erlaubt?
Nur mit klarer Kennzeichnung: „Parodie“, „Fan“ oder „Kommentar“ am Anfang des Namens und in der Bio, ein anderes Profilbild als Ihres und das PCF-Label. Sonst melden Sie ihn. Auch eine Parodie darf weder Ihre privaten Daten noch intime Bilder veröffentlichen.
Der Fake-Account hat einen blauen Haken. Hat X ihn geprüft?
Nein. Der blaue Haken zeigt ein X-Premium-Abo, keine Ausweisprüfung. Der Account kann wie jeder andere wegen Identitätsbetrugs gesperrt werden.
Wie lange braucht X, um einen Fake-Account zu löschen?
X bestätigt Meldungen nach eigenen Angaben innerhalb von 24 Stunden und bearbeitet sie meist in einigen Tagen, manchmal erst nach bis zu 30 Tagen.
Erfahre ich, wer den Fake-Account erstellt hat?
Von X nicht. Nur über ein Strafverfahren (Anzeige, dann Anfrage der Ermittler an die Plattform) lassen sich diese Daten herausfinden.

Quellen

  1. X Hilfe-Center, „Identitätsbetrugs-Accounts melden“
  2. X, Authenticity policy (Identitätsbetrug; Parodie-, Kommentar- und Fan-Accounts)
  3. X, „About profile labels“ (PCF-Label)
  4. X, „About X verified accounts“ (blauer Haken)
  5. X, Richtlinie zu privaten Informationen
  6. X, Richtlinie zu nicht einvernehmlicher Nacktheit
  7. X, „How to report violations“ (Bearbeitungszeiten)
  8. X Hilfe-Center, „Hilfe für meinen kompromittierten Account“
  9. X, Europäische Union (DSA-Meldeformular, Beschwerden)
  10. X, Digital Services Act (Rechtsbehelfe)
  11. Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 16, 17, 20 und 21
  12. Bundesnetzagentur, Nutzerportal Digitale Dienste
  13. BMJV, hilfe-info.de: Onlinewachen der Länder
  14. § 238 StGB
  15. § 269 StGB
  16. § 33 KUG
  17. § 107c StGB (Österreich)
  18. Art. 179decies StGB (Schweiz)
  19. NEDIK, cybercrimepolice.ch
  20. StopNCII.org