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1. Fake-Account oder gehackter Account?

Für Ihre Freunde sieht beides gleich aus, die Lösung ist aber eine andere.

Was Sie sehenIhr FallWas zu tun ist
Sie kommen noch in Ihr Konto, aber ein anderer Account nutzt Ihren Namen, Ihr Foto oder Ihr BitmojiFake-AccountLöschen lassen (Abschnitte 2 bis 4)
Sie können sich nicht mehr anmelden, oder Freunde bekommen Nachrichten von Ihrem echten Konto, die Sie nicht geschrieben habenGehackter AccountZurückholen (Abschnitt 5)
Ein Account postet oder verschickt private Fotos von Ihnen oder droht damitVerbreitung privater Bilder, manchmal SextortionAbschnitte 4 und 6

Ein Fake-Account kann Ihren Namen und Ihr Foto als Anzeigenamen verwenden und trotzdem einen ganz anderen Benutzernamen haben. Der Benutzername ist eindeutig: Den müssen Sie notieren.

2. Beweise sichern, bevor Sie melden

  1. Notieren Sie den genauen Benutzernamen des Fake-Accounts, nicht nur den Anzeigenamen, der sich jederzeit ändern lässt.
  2. Machen Sie Screenshots vom Profil, von öffentlichen Storys und von Nachrichten an Ihre Freunde. Bitten Sie Ihre Freunde, das Gleiche zu tun, bevor sie den Account blockieren: Viele Inhalte auf Snapchat verschwinden nach dem Ansehen.
  3. Notieren Sie das Datum jedes Screenshots und jeder Meldung.
  4. Schreiben Sie den Fake-Account nicht an und verhandeln Sie nicht.

3. Den Fake-Account bei Snapchat melden

In der App (wenn Sie ein Snapchat-Konto haben)

  1. Wenn der Account Sie hinzugefügt hat oder Ihnen schreibt: Halten Sie im Chat-Bildschirm den Namen gedrückt, tippen Sie auf Freundschaft verwalten und dann auf Melden.
  2. Bei einem öffentlichen Profil: Öffnen Sie das Profil (Suche nach dem Benutzernamen), tippen Sie oben auf das Menüsymbol und dann auf Melden. Wählen Sie einen Grund und senden Sie die Meldung ab.
  3. Wählen Sie den genauesten Grund: den, der sagt, dass sich der Account als Sie ausgibt, falls angeboten, und nicht einen allgemeinen Grund wie Spam.
  4. Melden Sie auch die Inhalte: Halten Sie einen Snap oder eine Story gedrückt und tippen Sie auf Snap melden; eine Chat-Nachricht halten Sie gedrückt und tippen auf Melden.

Snapchat gibt nach eigenen Angaben Ihre Identität nicht an die gemeldete Person weiter.

Ohne Snapchat-Konto (oder wenn Sie die App nicht nutzen können)

Snapchat bietet ein Meldeformular im Web. Wählen Sie den Grund, der zu einem Identitätsmissbrauch passt, geben Sie den Benutzernamen des Fake-Accounts an und hängen Sie Ihre Screenshots an. Wenn Sie nachweisen sollen, dass Sie die betroffene Person sind, schicken Sie den Nachweis nur über dieses offizielle Formular, nie an einen Account, der sich als „Snapchat-Support“ ausgibt.

Wenn nichts passiert

In der EU bietet Snapchat zusätzlich ein eigenes Formular für rechtswidrige Inhalte nach dem Digital Services Act. Danach muss die Plattform Ihre Meldung bearbeiten und ihre Entscheidung begründen; in Deutschland nimmt die Bundesnetzagentur Beschwerden über Plattformen entgegen. Den Text liefert unsere Vorlage für den Löschantrag. In der Schweiz gilt der DSA nicht: Melden Sie dort erneut über das allgemeine Formular und verweisen Sie auf frühere Meldungen.

4. Ihre privaten Fotos oder Snaps werden verbreitet

Fake-Accounts nutzen meist Ihre öffentlichen Fotos. Manchmal tauchen aber Snaps auf, die Sie privat an eine einzige Person geschickt haben und die ohne Ihr Wissen gespeichert oder abfotografiert wurden.

  1. Melden Sie jeden Snap, jede Story und jede Nachricht, nicht nur den Account.
  2. Bei intimen Bildern nutzen Sie den passenden Grund: Snapchat hat unter Nacktheit und sexuellen Inhalten eine Option ergänzt, mit der Sie melden, dass jemand Ihre Nacktbilder geleakt hat oder damit droht. Denselben Grund gibt es im Webformular.
  3. Verhindern Sie die Verbreitung anderswo: Wenn Sie die Bilder haben und darauf volljährig waren, erstellt StopNCII.org auf Ihrem Gerät einen digitalen Fingerabdruck (das Bild verlässt das Gerät nicht), mit dem Partnerplattformen das Bild blockieren. Für Bilder, die vor dem 18. Geburtstag entstanden sind, gibt es Take It Down, das auch Snapchat nutzt.
  4. Wenn die Bilder auch auf anderen Seiten sind, hilft unser Ratgeber Leak: Was tun?. Bei Fälschungen oder KI-Bildern lesen Sie Fake-Nacktbilder mit KI.

5. Wenn Ihr echter Account gehackt wurde

  1. Ändern Sie Ihr Passwort über accounts.snapchat.com, notfalls per Zurücksetzen über SMS oder E-Mail.
  2. Prüfen Sie E-Mail-Adresse und Telefonnummer in den Einstellungen und korrigieren Sie sie, falls sie geändert wurden.
  3. Melden Sie unbekannte Geräte ab über die Sitzungsverwaltung in den Einstellungen.
  4. Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung und sichern Sie zuerst Ihr E-Mail-Postfach.
  5. Wenn Sie nicht mehr hineinkommen, nutzen Sie nur die offizielle Support-Website von Snapchat (Bereich Kontozugang), nie einen „Wiederherstellungsdienst“, der Sie anschreibt.
  6. Sagen Sie Ihren Freunden, dass Nachrichten während der Übernahme nicht von Ihnen kamen.

6. Wenn es Sextortion ist

Droht der Account, intime Bilder (echte oder gefälschte) an Ihre Freunde oder Familie zu schicken, wenn Sie nicht zahlen, ist das Sextortion. Zahlen Sie nicht: Zahlen beendet die Erpressung fast nie. Machen Sie Screenshots, blockieren Sie dann den Account, melden Sie ihn mit dem Grund für Nacktbilder und folgen Sie unserem Ratgeber Sextortion: Was tun?, der auch die Notfallkontakte nennt. Sind Sie unter 18, finden Sie Hilfe auf unserer Seite unter 18.

7. Freunde warnen, ohne den Fake-Account zu verbreiten

  1. Posten Sie eine Story von Ihrem echten Konto und schreiben Sie Ihren Kontakten: „Ein Fake-Account auf Snapchat gibt sich als mich aus. Nicht hinzufügen, nicht antworten und niemals Geld oder einen per SMS erhaltenen Code schicken. Bitte meldet ihn.“
  2. Nennen Sie den Benutzernamen, aber teilen Sie seine Bilder nicht erneut.
  3. Bitten Sie Freunde, den Account zu melden und dann zu blockieren: Mehrere Meldungen mit dem richtigen Grund helfen, dass er geprüft wird.
  4. Denken Sie an andere Plattformen: Oft gibt es auch dort Accounts. Siehe unsere Ratgeber zu Instagram und TikTok.

8. Was das Gesetz sagt

Die Gemeinschaftsrichtlinien von Snapchat verbieten es, sich als jemand anderes auszugeben, private Inhalte anderer ohne Zustimmung zu teilen, intime Bilder ohne Einwilligung zu verbreiten oder andere damit zu erpressen (Sextortion). Deshalb wirkt eine gut gemachte Meldung meist ohne Gericht. In Deutschland gibt es keinen eigenen Straftatbestand für Fake-Accounts. Je nach Fall greifen das Recht am eigenen Bild (§§ 22, 33 KUG), Nachstellung (§ 238 StGB, erfasst auch Inhalte, die unter falscher Identität veröffentlicht werden), die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen (§ 201a StGB), Betrug (§ 263 StGB) oder bei Sextortion Erpressung (§ 253 StGB). Anzeige erstatten Sie bei der Polizei oder online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. In der Schweiz ist Identitätsmissbrauch seit dem 1. September 2023 strafbar (Art. 179decies StGB, auf Antrag); gemeldet wird über cybercrimepolice.ch oder bei der Kantonspolizei. In Österreich kann etwa die fortgesetzte Belästigung im Wege einer Telekommunikation strafbar sein (§ 107c StGB), auch die Verbreitung intimer Bilder. Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung: Für Ihren Fall sprechen Sie mit einer Anwältin oder einem Anwalt. Mehr im Ratgeber Identitätsdiebstahl: Was tun?.

Fake-Accounts löschen lassen

Verschwindet der Fake-Account nicht oder kommt er unter neuen Namen zurück, übernimmt unser Service Fake-Profil löschen lassen: Wir suchen nach Accounts und Inhalten mit Ihrem Namen, melden sie mit dem richtigen Grund und den Nachweisen, die Plattformen verlangen, und fassen nach, bis die Plattform antwortet. KI-Werkzeuge helfen uns, schneller zu suchen und zu formulieren; jede Meldung prüft ein Mensch, bevor sie rausgeht. Eine Löschung können wir nicht garantieren, die Entscheidung trifft die Plattform. Die Tarife finden Sie auf der Seite Preise. Für eine Anzeige oder eine Klage wenden Sie sich an die Polizei oder an eine Anwältin bzw. einen Anwalt.

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Häufige Fragen

Kann ich einen Snapchat-Fake-Account ohne eigenes Konto melden?
Ja. Snapchat hat auf seiner Support-Website ein Meldeformular, das ohne App funktioniert. Geben Sie den genauen Benutzernamen an und hängen Sie Screenshots an.
Wie lange braucht Snapchat, um einen Fake-Account zu löschen?
Snapchat nennt keine Frist. Eine Meldung mit genauem Grund, Benutzername und Beweisen hat bessere Chancen als viele ungenaue Meldungen.
Kann ich herausfinden, wer hinter dem Fake-Account steckt?
Snapchat sagt es Ihnen nicht. Nur über ein rechtliches Verfahren (Anzeige, dann Anfrage der Ermittler an die Plattform) lassen sich diese Daten bekommen.
Der Fake-Account bittet meine Freunde um Geld oder Codes. Was tun?
Das ist Betrug. Warnen Sie Ihre Freunde sofort, sichern Sie die Nachrichten und erstatten Sie Anzeige, vor allem wenn jemand gezahlt hat.
Erfährt die gemeldete Person, dass ich sie gemeldet habe?
Snapchat gibt nach eigenen Angaben die Identität der meldenden Person nicht weiter. Der Kontoinhaber kann aber erfahren, dass sein Inhalt entfernt wurde.
Der Account wurde gelöscht und ist wieder da. Was nun?
Das kommt oft vor. Melden Sie jeden neuen Account und verweisen Sie auf frühere Meldungen. Wer regelmäßig sucht, erfährt es nicht erst von Freunden.

Quellen

  1. Snapchat Support, „Wie melde ich Missbrauch, illegale Inhalte oder andere Verstöße bei Snapchat?“
  2. Snapchat Support, „My account is compromised“
  3. Snap, Community Guidelines
  4. Snap, „Financial sextortion“ (eigener Meldegrund, Take It Down)
  5. Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 16 und 17
  6. Bundesnetzagentur, Nutzerportal Digitale Dienste
  7. BMJV, hilfe-info.de: Onlinewachen der Länder
  8. § 238 StGB
  9. § 201a StGB
  10. § 33 KUG
  11. § 107c StGB (Österreich)
  12. Art. 179decies StGB (Schweiz)
  13. NEDIK, cybercrimepolice.ch
  14. StopNCII.org
  15. NCMEC, Take It Down