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1. So läuft die Masche „Hallo Mama, Hallo Papa“

Die Verbraucherzentrale beschreibt den Ablauf seit Jahren, er ändert sich kaum:

  1. Eine erste Nachricht kommt per SMS oder direkt über WhatsApp von einer unbekannten Nummer: Handy kaputt, verloren oder gestohlen, „das ist meine neue Nummer“.
  2. Auf WhatsApp zeigt der Account Ihr Profilbild und Ihren Namen, kopiert aus Ihrem Konto oder aus sozialen Netzwerken. Genau das macht die Nachricht glaubwürdig.
  3. Nach etwas Plauderei kommt die Bitte: eine Rechnung, die „heute noch“ bezahlt werden muss, eine Überweisung, die „mit dem neuen Handy im Online-Banking nicht geht“.
  4. Neuere Variante: eine Sprachnachricht, die wie Sie klingt (siehe Abschnitt 7).

Oft schreiben die Täter wahllos Nummern an. Wenn aber Ihr echtes Foto bei Ihrer echten Familie landet, wurden Ihre Daten irgendwo gesammelt: eine öffentliche Freundesliste, eine sichtbare Telefonnummer oder ein Kontakt, dessen Adressbuch abgeflossen ist.

2. Warnen Sie zuerst Ihre Kontakte

Das verhindert mehr Schaden als alles andere, noch bevor der Account gesperrt ist.

  1. Schicken Sie eine kurze Nachricht von Ihrer echten Nummer an Familie und Freunde, zuerst an ältere Angehörige, und posten Sie sie als WhatsApp-Status und in Ihren Netzwerken: „Achtung: Ein falscher WhatsApp-Account nutzt mein Foto und meinen Namen, Nummer +XX XXX. Das bin nicht ich. Nicht antworten, niemals Geld oder Codes schicken, die Nummer in WhatsApp melden.“
  2. Vereinbaren Sie eine Regel: Jede Geldbitte per Nachricht wird durch einen Anruf auf der alten, bekannten Nummer geprüft. Genau das rät auch die Verbraucherzentrale.
  3. Legen Sie ein Familien-Codewort fest, das bei Zweifeln abgefragt wird, vor allem wenn Ihre Stimme öffentlich zu hören ist (Videos, Podcasts).
  4. Sammeln Sie Screenshots der Angeschriebenen: vollständige Nummer, Profilbild, Nachrichten, Datum. Notieren Sie, wer kontaktiert wurde.

3. Nummer sperren lassen: Meldung bei WhatsApp

Die wirksamste Meldung kommt nicht von Ihnen, sondern von den Menschen, die die Nachrichten bekommen haben: WhatsApp prüft den gemeldeten Chat.

  1. Nachricht von unbekannter Nummer: WhatsApp blendet oben im Chat Optionen zum Blockieren und Melden ein. Bitten Sie Ihre Kontakte, auf Melden zu tippen und danach zu blockieren.
  2. Bestehender Chat: Chat öffnen, oben auf Namen oder Nummer tippen, nach unten scrollen, Melden wählen. Laut WhatsApp erhält der Dienst dann die letzten Nachrichten, die diese Nummer an die meldende Person geschickt hat, sowie Informationen zum Account.
  3. Mehrere Meldungen helfen: Eine kann reichen, aber Meldungen verschiedener Personen zur selben Nummer machen das Muster eindeutig.
  4. Sie selbst schreiben über den Bereich Hilfe in den Einstellungen der App an den WhatsApp-Support, mit der falschen Nummer, Screenshots und einem klaren Satz: „Dieser Account nutzt mein Foto und meinen Namen, um meine Kontakte um Geld zu bitten.“
  5. Schreiben Sie die falsche Nummer nicht an, um sie zur Rede zu stellen: Das bestätigt nur, dass Ihre Nummer aktiv ist.

Ob gesperrt wird, entscheidet WhatsApp allein, eine Rückmeldung gibt es nicht. Nummern werden oft schnell gesperrt, aber die Täter wechseln sie ebenso schnell. Die Warnung bleibt Ihr wichtigster Schutz.

Kommen die Nachrichten von Ihrer eigenen Nummer, ist es kein Fake-Account: Ihr WhatsApp-Konto wurde übernommen, meist nachdem jemand Ihren Bestätigungscode erhalten hat. Installieren Sie WhatsApp neu, registrieren Sie Ihre Nummer mit dem SMS-Code erneut und aktivieren Sie die Verifizierung in zwei Schritten. Unser Ratgeber Identitätsdiebstahl: Was tun? erklärt den Unterschied zwischen gehacktem und gefälschtem Konto.

4. Was Betrüger kopieren können, einschränken

  1. Profilbild: In WhatsApp unter Einstellungen > Datenschutz > Profilbild „Meine Kontakte“ wählen (oder einzelne Kontakte ausnehmen). Dasselbe für „Info“ und „Zuletzt online“.
  2. Verifizierung in zwei Schritten: Einstellungen > Account > Verifizierung in zwei Schritten. Sie schützt Ihr echtes Konto vor der Übernahme.
  3. Geben Sie niemals den 6-stelligen SMS-Code von WhatsApp weiter, auch nicht an „einen Freund“, der ihn angeblich aus Versehen an Sie geschickt hat.
  4. Ihre sozialen Netzwerke: Das Foto stammt oft von Instagram oder Facebook, und eine öffentliche Freundesliste zeigt, wen man anschreiben kann. Gibt es dort ebenfalls einen Fake-Account, helfen unsere Anleitungen für Instagram und Facebook.

5. Betrug melden und anzeigen

Deutschland

  1. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei oder online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Sie zeigen den Missbrauch Ihres Bildes an, wer gezahlt hat, den Betrug.
  2. Melden Sie die Nummer der Bundesnetzagentur: Sie nimmt Beschwerden über Spam per SMS und Messenger entgegen und kann deutsche Rufnummern abschalten lassen.

Österreich: Anzeige bei jeder Polizeidienststelle, im Notfall unter 133.

Schweiz: Meldung über cybercrimepolice.ch, Anzeige bei Ihrer Kantonspolizei.

6. Wenn schon jemand gezahlt hat

  1. Sofort die Bank anrufen. Je schneller, desto eher lässt sich eine Überweisung noch stoppen oder zurückrufen. Bei Karten- oder Kontodaten: sperren lassen, in Deutschland auch über den Sperr-Notruf 116 116.
  2. Alle Nachrichten aufheben, die Nummer und die Überweisungsdaten. Nichts löschen.
  3. Anzeige erstatten (Abschnitt 5) und der Bank das Aktenzeichen mitteilen.
  4. Vorsicht vor „Geld-zurück-Diensten“, die gegen Gebühr Hilfe versprechen: Das ist der nächste Betrug.

7. Eine Sprachnachricht mit Ihrer Stimme

Manche Täter schicken eine Sprachnachricht, um Zweifel zu zerstreuen. Laut einer McAfee-Studie reichen 3 Sekunden Audio für einen Stimmklon mit 85 % Übereinstimmung, ein öffentliches Video kann also genügen. Sagen Sie Ihrer Familie: Eine Sprachnachricht „von Ihnen“ beweist nichts, nur ein Rückruf auf Ihre bekannte Nummer zählt. Taucht Ihre geklonte Stimme auch in Videos oder Beiträgen auf, lesen Sie unseren Ratgeber Stimme mit KI geklont.

8. Was das Gesetz sagt

Die Nutzungsbedingungen von WhatsApp verbieten Identitätstäuschung und Betrug, deshalb kann eine Meldung zur Sperre ohne Gericht führen. In Deutschland ist das Erschleichen von Geld unter falscher Identität Betrug (§ 263 StGB). Die Verwendung Ihres Fotos ohne Einwilligung berührt Ihr Recht am eigenen Bild (§§ 22, 33 KUG). Ein eigener Deepfake-Straftatbestand ist geplant, aber (Stand Oktober 2026) noch nicht in Kraft. In der Schweiz ist Identitätsmissbrauch seit dem 1. September 2023 strafbar (Art. 179decies StGB, auf Antrag). Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung: Für Ihren Fall sprechen Sie mit einer Anwältin oder einem Anwalt.

Fake-Accounts löschen lassen

Der WhatsApp-Account ist oft nur ein Teil: Dasselbe Foto landet in Fake-Profilen bei Instagram, Facebook oder TikTok oder kommt mit neuer Nummer zurück. Unser Service Fake-Profil löschen lassen sucht nach Accounts mit Ihrem Namen und Ihren Fotos, meldet sie mit den Nachweisen, die Plattformen verlangen, fasst nach, bis eine Antwort kommt, und beginnt von vorn, wenn ein Account wieder auftaucht. KI hilft uns, schneller zu suchen und zu formulieren, und ein Mensch prüft jede Meldung vor dem Versand. Verlorenes Geld holen wir nicht zurück: Dafür bleiben Bank und Polizei zuständig. Zu den Preisen.

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Häufige Fragen

Wie lasse ich einen WhatsApp-Fake-Account mit meinem Foto löschen?
Bitten Sie alle, die Nachrichten bekommen haben, die Nummer im Chat zu melden (oben auf den Namen tippen, dann Melden). Schreiben Sie zusätzlich über den Bereich Hilfe in der App an den WhatsApp-Support, mit Screenshots. Über die Sperre entscheidet WhatsApp.
Kann ich die Nummer selbst melden, wenn sie mir nie geschrieben hat?
Sie können den WhatsApp-Support kontaktieren. Die Meldung aus einem Chat wirkt aber besser, wenn sie von den Angeschriebenen kommt, weil WhatsApp dann die Betrugsnachrichten erhält.
Woher hat der Betrüger mein Foto und die Nummern meiner Familie?
Oft von einem für alle sichtbaren WhatsApp-Profilbild oder einem öffentlichen Social-Media-Profil. Nummern stammen aus öffentlichen Freundeslisten, Datenlecks oder dem Handy eines Angehörigen. Stellen Sie Ihr Profilbild auf „Meine Kontakte“.
Meine Mutter hat Geld überwiesen. Bekommt sie es zurück?
Manchmal, wenn die Bank sehr schnell informiert wird. Sie sollte sofort die Bank anrufen und dann Anzeige erstatten. Eine Garantie gibt es nicht, und wer gegen Gebühr Rückholung verspricht, ist ein Betrüger.
Hafte ich, wenn jemand zahlt, weil er dachte, ich sei es?
Sie sind selbst Opfer des Missbrauchs Ihrer Identität. Kontakte zu warnen und Anzeige zu erstatten zeigt Ihren guten Willen. Für eine konkrete Frage wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale, „Hallo Mama, Hallo Papa – Betrugsversuche über WhatsApp und SMS“
  2. Bundesnetzagentur, SMS-Spam und Messenger
  3. BMJV, hilfe-info.de: Onlinewachen der Länder
  4. NEDIK, cybercrimepolice.ch: Ereignis melden
  5. WhatsApp Hilfebereich, „How to block and report someone“
  6. § 263 StGB (Betrug)
  7. § 33 KUG
  8. Art. 179decies StGB (Schweiz), Identitätsmissbrauch
  9. McAfee, „Artificial Imposters“ (Stimmklone)