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Du bist unter 18? Du musst das nicht allein durchstehen: Auf unserer Seite für unter 18-Jährige findest du kostenlose Hilfe.

1. Beweise sichern, ohne die Bilder weiterzuverbreiten

Telegram-Kanäle und -Gruppen verschwinden schnell und tauchen unter neuem Namen wieder auf. Notieren Sie vor jeder Meldung:

  1. Den Link zum Kanal oder zur Gruppe (t.me/name bei öffentlichen Kanälen, t.me/+… bei privaten Einladungslinks) und den genauen Namen.
  2. Den Link jeder Nachricht: In öffentlichen Kanälen können Sie ihn über das Menü der Nachricht kopieren (t.me/name/1234).
  3. Einen Screenshot, auf dem Kanalname, Nachricht und Datum zu sehen sind. Schneiden Sie den intimen Bildteil wenn möglich ab oder decken Sie ihn ab: Beweisen müssen Sie die Veröffentlichung, nicht Ihren Körper.
  4. Die Zahl der Abonnenten oder Mitglieder, sichtbare Admin-Namen und Nachrichten, die Sie direkt betreffen (Ihr Name, Ihr Wohnort, Ihr Instagram-Konto).

Manche Kanäle schalten den „geschützten Inhalt“ ein, der Screenshots und Weiterleiten sperrt. Fotografieren Sie den Bildschirm dann mit einem zweiten Gerät.

Nicht tun: Bilder an Freunde weiterleiten, damit sie melden (schicken Sie nur den Link), mit Admins diskutieren oder einem „Admin“ oder Dienst Geld zahlen, der eine garantierte Löschung verspricht.

2. Jede Nachricht in der App melden

Alle Telegram-Apps haben eine Schaltfläche Melden:

  1. Android: Nachricht antippen, dann Melden.
  2. iPhone: Nachricht gedrückt halten, dann Melden.
  3. Computer und Web: Rechtsklick auf die Nachricht, dann Melden.

Wählen Sie den passendsten angebotenen Grund (Pornografie, Verletzung der Privatsphäre oder rechtswidriger Inhalt). Melden Sie jede Nachricht und danach den Kanal selbst über sein Profil. Eine Vertrauensperson kann das für Sie übernehmen, wenn Sie die Bilder nicht noch einmal sehen möchten.

3. Telegram direkt anschreiben

  1. abuse@telegram.org: Diese Adresse nennt Telegram für Löschanträge zu rechtswidrigen Inhalten. Fügen Sie die t.me/…-Links jeder Nachricht ein und schreiben Sie, dass Sie die abgebildete Person sind und der Verbreitung nicht zugestimmt haben. Die Formulierung liefert unsere Vorlage für den Löschantrag.
  2. Das DSA-Formular (telegram.org/dsa-report): In der EU bietet Telegram eine Meldung rechtswidriger Inhalte nach dem Digital Services Act an. Verlangt werden Ihr Name, Ihre Kontaktdaten und eine klare Begründung, warum der Inhalt rechtswidrig ist. Als zentrale Kontaktstelle nennt Telegram außerdem den Bot @EURegulation.
  3. dmca@telegram.org: Haben Sie die Fotos selbst aufgenommen (Selfies, Creator-Inhalte), sind Sie Urheberin oder Urheber. Telegram nimmt Urheberrechtsmeldungen für öffentliche Kanäle, Gruppen und Bots an. Siehe auch OnlyFans-Leak entfernen.
  4. @NoToScam: Gibt sich ein Kanal als Sie aus (Ihr Name, Ihre Profilfotos), ist das der offizielle Telegram-Account für Identitätsmissbrauch.
  5. @TIDABot: Diesen Bot hat Telegram für nicht einvernehmliche intime Bilder nach dem US-Gesetz TAKE IT DOWN eingerichtet. Laut Telegram können Sie oder Ihre Vertretung ihn nutzen, als Ergänzung zu den anderen Wegen.

4. Öffentlicher Kanal oder private Gruppe: der Unterschied

Telegram schreibt in seinen FAQ: Private Gruppen und Chats bleiben unter ihren Teilnehmern privat, und Anfragen Dritter dazu werden nicht bearbeitet. Praktisch heißt das:

  • Öffentlicher Kanal oder öffentliche Gruppe (mit @name oder Link t.me/name): Meldungen und E-Mails haben echte Erfolgschancen.
  • Private Gruppe mit Einladung: Sind Sie oder eine Vertrauensperson Mitglied, funktioniert die Schaltfläche Melden weiterhin. Sonst ist die Strafanzeige der Hauptweg, denn nur die Ermittlungsbehörden können Auskünfte von Telegram verlangen.

5. Anzeige erstatten und Behörden einschalten

Deutschland

  1. Strafanzeige bei jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Eine Übersicht aller 16 Onlinewachen bietet hilfe-info.de (Bundesjustizministerium). Bringen Sie Ihre Beweise mit.
  2. Bundesnetzagentur: Sie ist in Deutschland Koordinator für digitale Dienste. Reagiert Telegram nicht auf Ihre DSA-Meldung, können Sie sich über ihr Nutzerportal beschweren (Art. 53 DSA).
  3. Beratung: HateAid berät Betroffene digitaler Gewalt kostenlos und kann Prozesskosten übernehmen.

Österreich: Anzeige bei jeder Polizeiinspektion. Koordinator für digitale Dienste ist KommAustria.

Schweiz: Anzeige bei der Kantonspolizei. Der DSA gilt in der Schweiz nicht; die Telegram-Wege aus Abschnitt 2 und 3 bleiben nutzbar.

Verlangt jemand Geld oder weitere Bilder gegen die Löschung, ist das Erpressung: Lesen Sie unseren Ratgeber Sextortion: Was tun?.

6. Die Verbreitung außerhalb von Telegram stoppen

  • StopNCII.org erstellt auf Ihrem Gerät einen digitalen Fingerabdruck (Hash) des Bildes. Das Bild selbst wird nicht hochgeladen. Partnerplattformen nutzen den Hash, um das Bild zu blockieren. Auch KI-generierte Bilder werden angenommen, wenn Sie auf dem Bild über 18 sind. Wichtig: Telegram ist kein Partner von StopNCII (Partnerliste im Oktober 2026 geprüft). Das Tool schützt also Instagram, Facebook, TikTok, Reddit, X, Snapchat und die anderen Partner, nicht Telegram.
  • Google: Webvorschauen öffentlicher Kanäle können in der Suche erscheinen. Das Google-Formular für intime Bilder gilt für echte und gefälschte Bilder. Siehe Google-Suchergebnis löschen lassen.
  • Andere Seiten: Telegram-Kanäle verlinken oft auf Foren und Leak-Seiten. Gehen Sie jede Kopie an, wie in unserem Ratgeber Leak: Was tun? beschrieben. Ist das Bild gefälscht, siehe Fake-Nacktbilder mit KI.

7. Was das Gesetz sagt

In Deutschland können je nach Fall das Recht am eigenen Bild (§§ 22, 33 KUG), § 201a StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) oder § 184k StGB greifen, bei Drohungen auch Erpressung (§ 253 StGB). Ein eigener Straftatbestand für Deepfakes ist geplant, aber (Stand Oktober 2026) noch nicht in Kraft. In Österreich kommen etwa § 107c und § 120a StGB in Betracht, in der Schweiz Art. 197a StGB. Die Nutzungsbedingungen von Telegram verbieten zudem rechtswidrige pornografische Inhalte in öffentlichen Kanälen. Diese Seite ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung: Für Ihren Fall wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Ihre Bilder auf Telegram und anderswo löschen lassen

Wenn Sie diese Bilder nicht noch einmal sehen und die Kanäle nicht selbst verfolgen möchten, übernimmt das unser Service Bilder löschen lassen: Wir suchen die Kanäle und Kopien, melden sie bei Telegram und anderen Seiten mit der passenden Begründung, haken nach und suchen jede Woche nach neuen Kopien. Jede Meldung prüft ein Mensch vor dem Versand. Die Löschung aus einer privaten Gruppe können wir nicht zusagen: Dafür bleibt die Strafanzeige nötig. Zu den Preisen.

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Häufige Fragen

Wie lasse ich ein Foto von mir auf Telegram löschen?
Melden Sie jede Nachricht in der App und schreiben Sie dann an abuse@telegram.org oder nutzen Sie das DSA-Formular von Telegram, jeweils mit den t.me/…-Links. Sichern Sie vorher die Beweise und erstatten Sie Anzeige.
Löscht Telegram Inhalte aus privaten Gruppen?
Telegram gibt an, Anfragen Dritter zu privaten Gruppen und Chats nicht zu bearbeiten. Ein Mitglied kann aber die Schaltfläche Melden nutzen. Ansonsten können nach einer Strafanzeige die Ermittlungsbehörden tätig werden.
Funktioniert StopNCII auf Telegram?
Nein, Telegram steht nicht auf der Partnerliste von StopNCII. Das Tool hilft trotzdem, damit die Bilder nicht von Telegram auf Instagram, TikTok, Reddit oder X wandern.
Kann ich herausfinden, wer meine Bilder gepostet hat?
Telegram sagt es Ihnen nicht direkt. Nur Ermittlungen nach einer Anzeige können diese Daten anfragen. Notieren Sie alles, was helfen kann: Admin-Namen, Details, die nur Menschen aus Ihrem Umfeld kennen.
Der Kanal wurde gelöscht und neu angelegt. Was jetzt?
Das ist häufig. Sichern Sie Beweise zum neuen Kanal, melden Sie ihn auf dieselbe Weise und ergänzen Sie Ihre Anzeige. Regelmäßige Suche erfasst jede Kopie früh.
Die Bilder sind KI-Fälschungen. Gilt dasselbe Vorgehen?
Ja, dieselben Meldungen. Siehe auch unseren Ratgeber Fake-Nacktbilder mit KI und Deepfake: Was tun?.

Quellen

  1. Telegram, FAQ „There's illegal content on Telegram. How do I take it down?“ (Melden, abuse@telegram.org, private Gruppen, dmca@telegram.org, @NoToScam, @TIDABot)
  2. Telegram, „User Guidance for the EU Digital Services Act“
  3. Telegram, Nutzungsbedingungen
  4. Telegram, „Protected Content, Delete by Date…“
  5. StopNCII.org, FAQ und Partner · https://stopncii.org/partners/industry-partners/
  6. Google, „Hilfe beim Entfernen expliziter oder intimer personenbezogener Bilder“
  7. hilfe-info.de (BMJV), Onlinewachen der Länder
  8. Bundesnetzagentur, Nutzerportal Digitale Dienste
  9. HateAid, Betroffenenberatung
  10. § 201a StGB · § 184k StGB — https://dejure.org/gesetze/StGB/184k.html · § 22 KUG — https://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__22.html
  11. § 107c StGB (Österreich) · § 120a StGB — https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/120a
  12. RTR, Digital Services Act (KommAustria)
  13. Verordnung (EU) 2022/2065 (DSA), Art. 16 und 53