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1. Ein Fake-Profil mit Ihren Fotos finden
Bei Tinder, Bumble oder Hinge werden Profile nach Standort und Suchkriterien der jeweiligen Nutzer angezeigt. Eine Suche nach Namen gibt es nicht, und Suchmaschinen erfassen die Profile nicht. Das heißt:
- Hinweise von Bekannten sind die wichtigste Quelle. Wenn jemand sagt „Ich habe dich auf Tinder gesehen“, bitten Sie um Screenshots des ganzen Profils: Vorname, Alter, Bio, Ort, alle Fotos. Gab es ein Match, sichern Sie auch die Nachrichten.
- Die umgekehrte Bildersuche hat Grenzen. Google Lens, Bing oder TinEye sehen nicht in die Apps hinein. Sie finden aber Ihre Fotos auf anderen öffentlichen Fake-Accounts (Instagram, Facebook, offene Dating-Seiten). Die Methode erklärt unser Ratgeber Fotos geklaut: was tun?.
- Betrugsopfer melden sich manchmal bei Ihnen. Wer „Ihr“ Foto per Bildersuche prüft, landet unter Umständen bei Ihrem echten Account. Nehmen Sie solche Nachrichten ernst: Sie enthalten oft den Namen des Fake-Profils und die App.
- Sich nur anzumelden, um das Profil zu suchen, bringt selten etwas, weil die App es nur zeigt, wenn es in Ihre Gegend und Ihre Einstellungen passt. Besser melden Sie mit den Angaben Ihrer Bekannten.
2. Beweise sichern, bevor Sie melden
Nach der Meldung verschwindet das Profil, oft mit den Beweisen. Sichern Sie vorher:
- datierte Screenshots aller Fotos und der Bio;
- angezeigten Namen, Alter, Ort und die betroffene App;
- Nachrichten des Fake-Profils, wenn Bekannte oder Opfer sie weiterleiten;
- die Originale Ihrer Fotos, die belegen, dass sie von Ihnen stammen.
3. Das Fake-Profil melden, App für App
| App | Wenn Sie das Profil in der App sehen | Wenn Sie es nicht sehen können |
|---|---|---|
| Tinder | Profil öffnen, drei Punkte oben rechts, dann melden | Formular im Hilfe-Center, Grund „Someone is impersonating me“, mit allen Angaben zum Profil |
| Bumble | Unten im Profil melden (oder blockieren und melden) | Support kontaktieren (Help Hub in der App oder Chat auf support.bumble.com) mit Name, Grund und Screenshots |
| Hinge | Drei Punkte oben rechts im Profil, dann melden und einen Grund wählen | Formular „Submit a request“, Kategorie „Safety and Reporting“, mit Name, Alter, Bio und Fotos des Fake-Profils |
| LOVOO | Laut LOVOO-Seite „Identitätsdiebstahl“: auf lovoo.com einloggen, das Profil suchen, den Link zum Profil kopieren (er enthält die User-ID) | Vorfall und User-ID über das Kontaktformular von LOVOO schicken; ohne Link fragen Sie Bekannte, die das Profil sehen |
Was überall gilt:
- Wählen Sie den Grund Identitätsmissbrauch oder Fake-Profil, nicht „Spam“ oder „kein Interesse“.
- Die Meldung muss von Ihnen kommen. Tinder und Hinge bearbeiten Meldungen der nachgeahmten Person oder ihrer Vertretung (Eltern, rechtliche Vertretung), nicht die von Freunden. Ihre Bekannten können das Profil aber in der App melden.
- Weisen Sie nach, dass Sie die Person auf den Fotos sind, wenn die App danach fragt, und zwar nur über das offizielle Formular oder den Support. Ein „Moderator“, der Sie anschreibt und Ihren Ausweis verlangt, ist ein Betrüger.
- Wiederholen Sie die Meldung bei jeder App. Ein bei Tinder gelöschtes Fake-Profil kann bei Bumble oder Hinge weiterlaufen.
Für Fake-Accounts in sozialen Netzwerken, die oft zum Fake-Dating-Profil gehören, lesen Sie Fake-Profil: was tun?, dort geht es auch um Catfishing.
4. Match Group: Reicht eine Meldung für Tinder und Hinge?
Tinder und Hinge gehören zur Match Group, ebenso wie Match, OkCupid, Plenty of Fish und Meetic. Laut Datenschutzerklärung von Tinder teilen die Apps der Gruppe Informationen, damit ein auf einer Plattform entdeckter Täter auf allen gesperrt werden kann. Ein gemeinsames Meldeformular für die ganze Gruppe gibt es trotzdem nicht. Eine im Februar 2025 veröffentlichte journalistische Recherche (Dating Apps Reporting Project, von NPR aufgegriffen) zeigte zudem, dass gesperrte Nutzer neue Accounts auf derselben oder einer anderen App der Gruppe anlegen konnten. Melden Sie deshalb bei jeder App, auf der das Profil auftaucht. Bumble und LOVOO gehören nicht zur Match Group.
5. Wenn mit Ihren Fotos Love Scamming betrieben wird
Beim Love Scamming (Romance Scam) nutzen Betrüger oft gestohlene Fotos echter Menschen, wie die polizeiliche Kriminalprävention warnt, und bitten ihre Matches dann um Geld. Für das Handeln des Betrügers sind Sie nicht verantwortlich, Sie können aber den Schaden begrenzen:
- Warnen Sie öffentlich auf Ihren echten Accounts, dass ein Fake-Profil Ihre Fotos nutzt und dass Sie nie um Geld bitten.
- Verweisen Sie Opfer an die richtige Stelle: Kontakt abbrechen, Beweise sichern, die Bank informieren und Anzeige erstatten, in Deutschland auch online über die Onlinewache des jeweiligen Bundeslandes. In der Schweiz hilft cybercrimepolice.ch weiter.
- Zahlen Sie niemandem Geld, der verspricht, „den Betrüger aufzuspüren“ oder das Geld zurückzuholen. Solche Angebote sind oft der nächste Betrug.
- Wenn das Fake-Profil gefälschte Nacktbilder von Ihnen verbreitet oder Sie erpresst werden, folgen Sie unseren Ratgebern Fake-Nacktbilder mit KI und Sextortion. Wenn Sie unter 18 sind, lesen Sie unsere Seite für unter 18.
6. Was das Gesetz sagt
Alle Apps verbieten Fake-Profile und Identitätsmissbrauch, deshalb reicht eine gut belegte Meldung meist ohne Gericht. In Deutschland gibt es keinen eigenen Straftatbestand für Identitätsdiebstahl. Wer Ihre Fotos ohne Einwilligung verbreitet, verletzt aber Ihr Recht am eigenen Bild (§ 22 KUG), was auf Antrag auch strafbar sein kann (§ 33 KUG). Dient das Profil dazu, Geld zu erschleichen, kommt Betrug in Betracht (§ 263 StGB). In der Schweiz ist der Identitätsmissbrauch seit dem 1. September 2023 strafbar (Art. 179decies StGB, auf Antrag). In Österreich schützt § 78 UrhG das Bildnis, wenn berechtigte Interessen verletzt werden. Dating-Apps sind Online-Plattformen im Sinne des Digital Services Act: In der EU müssen sie Meldungen rechtswidriger Inhalte bearbeiten und ein Beschwerdeverfahren anbieten. Diese Seite ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung: Für Unterlassung oder Schadensersatz wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt.
Fake-Profile mit Ihren Fotos löschen lassen
Wenn Ihre Fotos auf mehreren Apps und Netzwerken auftauchen, kostet die Nachverfolgung viel Zeit. Unser Service Fake-Profil löschen lassen sucht Ihre Fotos auf öffentlichen Accounts (mit unseren KI-Technologien), stellt die Meldungen mit dem passenden Grund bei jeder Plattform und fasst nach. Jeder Antrag wird vor dem Versand von einem Menschen geprüft. Bei Profilen, die von außen nicht sichtbar sind, wie auf Dating-Apps, arbeiten wir mit den Screenshots, die Sie uns schicken. Pakete und Preise finden Sie auf der Seite Preise.
Preise ansehenHäufige Fragen
Wie finde ich heraus, ob meine Fotos auf Tinder oder Bumble sind?
Kann ich ein Tinder-Fake-Profil melden, ohne Tinder zu nutzen?
Das Fake-Profil nutzt meine Fotos, aber einen anderen Namen. Kann ich es trotzdem melden?
Das Profil wurde gelöscht und ist wieder da. Was nun?
Mir wird vorgeworfen, Menschen auf einer Dating-App betrogen zu haben, aber es war ein Fake-Profil. Was tun?
Quellen
- Tinder, „Impersonation Accounts“
- Tinder, „Reporting profiles and content“
- Tinder, Datenschutzerklärung (Austausch innerhalb der Match Group)
- Hinge, „I need to report an impersonation or fake profile“
- Bumble, „Reporting someone“
- Bumble, „When to report someone“
- LOVOO, „Identitätsdiebstahl“
- Match Group, Marken
- NPR, „Online dating giant Match Group is slow to remove dangerous daters, investigation finds“ (21.02.2025)
- Polizeiliche Kriminalprävention, „Scamming“
- Onlinewachen der Länder (hilfe-info.de, BMJV)
- § 22 KUG
- § 33 KUG
- § 263 StGB
- Art. 179decies StGB (Schweiz), Identitätsmissbrauch
- § 78 UrhG (Österreich)
- Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 16 und 20