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1. Was haben Sie gefunden?

Was Sie sehenWas meist dahinterstecktAbschnitt
Ein OnlyFans-, Fansly- oder MYM-Profil mit Ihren Fotos oder Ihrem NamenJemand anderes verkauft Ihr Bild3 und 4
Ein Instagram-, TikTok- oder X-Account mit Ihrem Gesicht und „mein OnlyFans in der Bio“Ein Werbe-Account: Der Link führt mal zu einem echten Profil, mal zu einer Betrugsseite oder einem Telegram-Kanal5
Nacktbilder von Ihnen, die Sie nie gemacht habenKI-Bilder aus Ihren öffentlichen Fotos7
Ihr Name in Google neben ErwachsenenseitenSeiten, die den Fake-Account weiterverbreiten6
Ihre echten Bezahlinhalte, kostenlos verbreitetEin Leak, kein IdentitätsmissbrauchOnlyFans-Leak entfernen

2. Beweise sichern, nichts bezahlen

  1. Notieren Sie die genaue URL des Profils auf der Abo-Plattform, den Nutzernamen und die URL jedes Werbe-Accounts, auch der Linkseite in der Bio.
  2. Machen Sie datierte Screenshots, auf denen Nutzername, Profilbild und Beschreibung zu sehen sind.
  3. Schließen Sie kein Abo ab und zahlen Sie nichts, um „nachzusehen“: Die öffentliche Profilseite reicht für die Meldung. Schreiben Sie den Account nicht an.
  4. Bewahren Sie die Originale Ihrer Fotos auf: Sie belegen, dass die Bilder von Ihnen stammen, und bei Selfies, dass Sie die Rechte daran haben.
  5. Wenn Bekannte oder Follower Sie warnen, bitten Sie um einen Screenshot und den Link.

3. Den Account bei OnlyFans melden

  1. Nutzen Sie auf dem Profil die Meldefunktion der Plattform und wählen Sie den genauesten Grund (Identitätsmissbrauch, Inhalte ohne Einwilligung).
  2. Schreiben Sie danach an den OnlyFans-Support über das Kontaktformular oder die auf der Website angegebene Adresse. OnlyFans hat eine Beschwerderichtlinie („Complaints Policy“), die in den Nutzungsbedingungen und im Transparency Center verlinkt ist. Nach eigenen Angaben können auch Menschen ohne Konto Inhalte melden.
  3. Ihr wichtigstes Argument: Sie sind die abgebildete Person, Sie haben den Account nie angelegt und nie eingewilligt. OnlyFans gibt an, die Identität jedes Creators zu prüfen und sicherzustellen, dass alle abgebildeten Personen eingewilligt haben. Ein Account mit Ihrem Bild ohne Sie verstößt also gegen die Regeln der Plattform. Nennen Sie die Profil-URL und bieten Sie einen Identitätsnachweis an, den Sie nur über den offiziellen Weg übermitteln.
  4. Haben Sie die Fotos selbst aufgenommen, können Sie zusätzlich eine Urheberrechtsbeschwerde (DMCA-Verfahren nach den Bedingungen von OnlyFans) einreichen. Ihr Name kann dabei an den Account-Inhaber weitergegeben werden.
  5. Bei einem intimen Bild, echt oder KI-generiert, können Sie ab 18 Jahren auf StopNCII.org einen digitalen Fingerabdruck (Hash) erstellen. Das Bild verlässt Ihr Gerät nicht. OnlyFans gehört zu den Partnerplattformen, die diese Hashes nutzen, um Uploads zu blockieren.

4. Fansly und MYM

  1. Melden Sie das Profil auf der Plattform und kontaktieren Sie danach den Support über das Hilfe-Center, mit URL und Screenshots.
  2. Sind die Fotos Ihre Selfies, ergänzen Sie eine Urheberrechtsbeschwerde.
  3. In der EU müssen Hosting-Dienste nach dem Digital Services Act ein Meldeverfahren für rechtswidrige Inhalte anbieten und ihre Entscheidung begründen; Online-Plattformen (außer Klein- und Kleinstunternehmen) müssen zudem ein internes Beschwerdeverfahren bieten. MYM ist eine französische Plattform. Wenn eine Plattform nicht reagiert, können Sie sich in Deutschland an die Bundesnetzagentur als Koordinator für digitale Dienste wenden. In der Schweiz gilt der DSA nicht.

5. Die Werbe-Accounts stilllegen

Das Fake-Profil lebt von seinen Werbe-Accounts. Lassen Sie auch diese löschen, sonst taucht bald ein neuer Link auf.

  1. Instagram: Nutzen Sie das Formular für Accounts, die sich als Sie ausgeben. Es funktioniert ohne eigenes Konto und verlangt einen Ausweis. Anleitung: Instagram-Fake-Account melden.
  2. TikTok: Melden Sie den Account in der App wegen Identitätsmissbrauch oder über das Online-Formular von TikTok. Siehe TikTok-Fake-Account melden.
  3. X, Reddit, Telegram und andere: Melden Sie den Account als Identitätsmissbrauch und jeden Beitrag mit Ihren Fotos.
  4. Die Linkseite in der Bio („Link in Bio“-Dienste): Diese Dienste haben meist ein Formular für Missbrauchsmeldungen. Melden Sie die Seite, die auf das Fake-Profil verweist.
  5. Warnen Sie Umfeld und Publikum über Ihre echten Kanäle: „Ich habe kein OnlyFans. Jeder Account in meinem Namen ist gefälscht, zahlen Sie nichts.“

Weitere Kopien Ihrer Fotos finden Sie mit unserem Ratgeber Fotos geklaut: was tun?.

6. Google bereinigen

Auch nach der Löschung bleiben Seiten oft eine Weile in den Suchergebnissen. Google hat ein Formular zum Entfernen persönlicher sexueller Inhalte. Es gilt auch für gefälschte oder KI-generierte sexuelle Bilder von Ihnen und für Fälle, in denen Ihr Name oder Bild fälschlich mit Pornoseiten verknüpft ist. Google entfernt nur das Suchergebnis, die Löschung an der Quelle bleibt nötig. Mehr dazu: Google-Suchergebnis löschen lassen.

7. Wenn es KI-Nacktbilder sind

Ein gefälschtes Bild ist nicht harmlos. In Deutschland können je nach Fall das Recht am eigenen Bild (§§ 22, 33 KUG), § 201a Abs. 2 StGB (Verbreitung von Bildern, die dem Ansehen erheblich schaden können) oder Nachstellung (§ 238 StGB, erfasst auch Inhalte unter falscher Identität) greifen. Ein eigener Deepfake-Straftatbestand ist in Deutschland geplant, aber (Stand Oktober 2026) noch nicht in Kraft. Lesen Sie auch unseren Ratgeber Fake-Nacktbilder durch KI. Wenn Sie unter 18 sind, lesen Sie unsere Seite für unter 18.

8. Anzeige und rechtliche Schritte

Eine gute Meldung führt oft schon zur Löschung. Eine Anzeige ist wichtig, wenn Geld im Spiel ist, wenn Sie bedroht werden oder wenn die Person dahinter ermittelt werden soll (manchmal ist es jemand aus dem Umfeld). In Deutschland erstatten Sie Anzeige bei der Polizei oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. In Österreich wenden Sie sich an jede Polizeidienststelle; dort kann etwa fortdauernde Belästigung im Netz (§ 107c StGB) greifen. In der Schweiz ist Identitätsmissbrauch seit dem 1. September 2023 strafbar (Art. 179decies StGB); melden Sie es über cybercrimepolice.ch oder bei der Kantonspolizei. Kostenlose Beratung bei digitaler Gewalt bietet HateAid. Werden Sie erpresst, folgen Sie unserem Ratgeber Sextortion. Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung: Für Unterlassung oder Schadensersatz sprechen Sie mit einer Anwältin oder einem Anwalt.

Fake-Account und Werbe-Accounts löschen lassen

Das Bezahlprofil, seine Werbe-Accounts und die Kopien bei Google aufzuspüren kostet Zeit. Das übernimmt unser Service Fake-Profil löschen lassen, und KI-Nacktbilder bearbeitet unser Service Deepfake löschen lassen: Wir suchen die Inhalte (mit unseren KI-Technologien), stellen Löschanträge bei den Plattformen und bei Google, und jeder Antrag wird vor dem Versand von einem Menschen geprüft. Wir fassen nach, können aber die Entscheidung einer Plattform nicht versprechen. Leistungen und Preise finden Sie unter Preise.

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Häufige Fragen

Ist es strafbar, ein OnlyFans mit fremden Fotos zu erstellen?
Es verstößt gegen die Regeln jeder Abo-Plattform und verletzt in der Regel Ihr Recht am eigenen Bild. Ob es strafbar ist, hängt vom Land und vom Fall ab, besonders bei sexuellen Bildern. Eine Anwältin oder ein Anwalt kann das für Ihren Fall prüfen.
Brauche ich ein OnlyFans-Konto, um zu melden?
Nein. OnlyFans gibt an, dass auch Menschen ohne Konto Inhalte melden können. Die anderen Plattformen erreichen Sie über ihr Hilfe-Center.
Der Link in der Bio führt auf eine seltsame Seite, nicht zu OnlyFans. Was nun?
Das ist häufig: Hinter dem versprochenen „OnlyFans“ steckt manchmal eine Betrugsseite oder ein Telegram-Kanal. Melden Sie den Werbe-Account wegen Identitätsmissbrauch, melden Sie die Linkseite beim Anbieter und klicken Sie keine Zahlungslinks an.
Der Account wurde gelöscht und ist wieder da. Was tun?
Melden Sie den neuen Account mit Hinweis auf die frühere Löschung und prüfen Sie regelmäßig Ihren Namen und Ihre Fotos. Werbe-Accounts kommen oft mit ähnlichem Nutzernamen zurück.
Muss ich der Plattform meine intimen Bilder schicken?
Nein. Schicken Sie die URLs. Um ein intimes Bild auf Partnerplattformen zu sperren, erstellt StopNCII einen Hash auf Ihrem Gerät, ohne das Bild hochzuladen.

Quellen

  1. OnlyFans, Stellungnahme zur Ofcom-Konsultation zum Online Safety Act (Creator-Prüfung, Meldungen durch Nicht-Nutzer)
  2. OnlyFans, Nutzungsbedingungen und Complaints Policy
  3. StopNCII, Partner (darunter OnlyFans)
  4. StopNCII, FAQ (KI-Bilder, Mindestalter)
  5. Instagram, Formular zur Meldung von Identitätsmissbrauch
  6. Google, persönliche sexuelle Inhalte aus der Google Suche entfernen
  7. Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 16 und 20
  8. Bundesnetzagentur, Nutzerportal Digitale Dienste
  9. §§ 22, 33 KUG
  10. § 201a StGB
  11. § 238 StGB
  12. § 107c StGB (Österreich)
  13. Art. 179decies StGB (Schweiz)
  14. BMJV, hilfe-info.de: Onlinewachen der Länder
  15. NEDIK, cybercrimepolice.ch
  16. HateAid, Betroffenenberatung