Ratgeber · Glossar

Glossar: Deepfakes, Leaks und Löschung von Inhalten

Die Begriffe, die Ihnen unterwegs begegnen, einfach erklärt.

Deepfake
Ein Bild, Video oder eine Tonaufnahme, mit künstlicher Intelligenz erstellt oder verändert, die eine echte Person etwas sagen oder tun lässt, was sie nie gesagt oder getan hat. Deepfake löschen lassen.
KI-generiertes Nacktbild („Deepnude“)
Ein falsches Nacktbild oder sexuelles Bild, mit KI aus gewöhnlichen Fotos einer Person erzeugt. Die Verbreitung ohne Einwilligung kann schon heute strafbar sein, etwa nach § 201a StGB. Ein eigener Deepfake-Straftatbestand ist in Deutschland geplant, aber (Stand Oktober 2026) noch nicht in Kraft.
Voice Cloning (KI-Stimmklon)
Die Nachahmung einer Stimme mit KI aus wenigen Sekunden Aufnahme, genutzt für falsche Nachrichten, gefälschte Videos oder Betrugsanrufe. Zum Ratgeber.
Identitätsdiebstahl
Sich als eine andere Person ausgeben, zum Beispiel mit einem Fake-Account in ihrem Namen. Von allen großen Plattformen verboten. In der Schweiz seit 2023 strafbar (Art. 179decies StGB, Identitätsmissbrauch), in Deutschland je nach Fall etwa als Nachstellung (§ 238 StGB). Fake-Profil löschen lassen.
Leak
Inhalte, die sich außerhalb des Rahmens verbreiten, den ihre Urheberin oder ihr Urheber gewählt hat: bezahlte Inhalte gratis weiterverbreitet, private Bilder von jemand anderem veröffentlicht. Bilder löschen lassen.
NCII (intime Bilder ohne Einwilligung)
Intime Bilder, die ohne Einwilligung der gezeigten Person verbreitet werden, echt oder KI-generiert. Der Begriff, den Plattformen und Gesetze verwenden, und der Grund, den Sie bei einer Meldung wählen sollten.
Doxxing
Das Veröffentlichen von Informationen, die eine Person identifizieren oder auffindbar machen (Name, Adresse, Arbeitgeber), um sie Gefahren auszusetzen. Von Plattformen verboten und in mehreren Ländern strafbar.
Gesetz gegen digitale Gewalt
Geplantes deutsches Gesetz. Der Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums vom 17. April 2026 sieht unter anderem vor, sexuelle Deepfakes und schwer schädigende täuschende Inhalte ausdrücklich unter Strafe zu stellen und Accounts gerichtlich sperren zu lassen. Stand Oktober 2026: noch nicht in Kraft.
DSA (Digital Services Act)
EU-Verordnung 2022/2065, seit Februar 2024 für alle Plattformen anwendbar. Hosting-Dienste müssen einen Meldeweg für rechtswidrige Inhalte anbieten, Online-Plattformen (außer Klein- und Kleinstunternehmen) eine interne Beschwerde gegen ihre Entscheidungen. In Deutschland ist die Bundesnetzagentur zuständig, in Österreich die KommAustria.
DMCA-Takedown-Notice
Ein Löschantrag nach dem US-amerikanischen Digital Millennium Copyright Act. Die meisten großen Plattformen und Google bearbeiten damit Urheberrechtsbeschwerden, auch von Urhebern außerhalb der USA.
Auslistung
Die Entfernung einer Seite aus den Ergebnissen einer Suchmaschine. Die Seite kann online bleiben, ist aber kaum noch auffindbar. Zum Google-Ratgeber.
Recht auf Vergessenwerden
Nach der DSGVO können Menschen in Europa bei Suchmaschinen die Auslistung von Ergebnissen zu ihrem Namen beantragen, wenn die Informationen falsch, unverhältnismäßig oder nicht mehr relevant sind.
Bulletproof-Hoster
Ein Hosting-Anbieter, der Löschanträge bewusst ignoriert, oft mit Sitz in einem Land, das nicht kooperiert. Dann geht man über die Infrastruktur-Anbieter der Website und die Suchmaschinen.
Hash (digitaler Fingerabdruck)
Ein Code, aus einem Bild oder Video berechnet, mit dem es erkannt werden kann, ohne geteilt zu werden. Das Prinzip hinter StopNCII und vielen Werkzeugen zur Kopie-Erkennung.
StopNCII
Ein kostenloses Werkzeug, das den Hash eines intimen Bildes auf Ihrem eigenen Gerät berechnet, damit Partnerplattformen dessen Veröffentlichung blockieren können. Das Bild selbst wird nie hochgeladen.
Vertrauenswürdiger Hinweisgeber (Trusted Flagger)
Eine Organisation, die nach dem DSA von einer nationalen Behörde anerkannt ist und deren Meldungen Plattformen vorrangig bearbeiten müssen. In Deutschland zertifiziert die Bundesnetzagentur, zum Beispiel HateAid.
Beweissicherung mit Zeitstempel
Eine datierte Aufzeichnung einer Webseite, die belegt, dass ein Inhalt zu einem bestimmten Zeitpunkt online war. Vor Gericht hat eine Sicherung durch eine unabhängige Stelle, etwa einen Notar oder einen IT-Sachverständigen, das größte Gewicht.
Recht am eigenen Bild
Das Recht, über die Verwendung des eigenen Bildes, Namens oder der eigenen Stimme zu bestimmen. In Deutschland in §§ 22, 33 KUG geregelt, in Österreich in § 78 UrhG.
AI Act (KI-Verordnung)
EU-Verordnung 2024/1689. Seit dem 2. August 2026 verlangt ihr Artikel 50 unter anderem, dass mit KI erzeugte oder manipulierte Deepfakes als solche gekennzeichnet werden.

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