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1. So funktioniert die Masche

  1. Ein Fake-Verkäuferprofil übernimmt Ihren Namen und Ihr Profilbild, oft aus sozialen Netzwerken oder einem alten Verkaufsprofil kopiert.
  2. Ihre Fotos (von Artikeln oder von Ihnen) bebildern Anzeigen, deren Ware nie verschickt wird.
  3. Ihr Ausweis wird zögernden Käufern geschickt, um sie zu beruhigen. Er stammt meist aus einer Kopie, die Sie einmal weitergegeben haben (Wohnungsbewerbung, Job, Vertrag), oder aus einem Datenleck.
  4. Die Zahlung läuft außerhalb der Plattform: Überweisung, Zahlungslink, Gutscheinkarten. Betrüger drängen aus dem Plattform-Chat heraus, weil dort der Käuferschutz endet.
  5. Manchmal landet das Geld auf einem Konto, das mit Ihren Daten eröffnet wurde. Das ist finanzieller Identitätsdiebstahl: siehe Abschnitt 5 in unserem Ratgeber Identitätsdiebstahl.

2. Sichern Sie zuerst die Beweise

Gemeldete Anzeigen verschwinden oft innerhalb weniger Stunden, und der Täter legt ein neues Konto an. Sichern Sie:

  1. Die genaue URL des Profils und jeder Anzeige, dazu den Nutzernamen.
  2. Datierte Screenshots von Profil, Anzeigen und Ihren kopierten Fotos.
  3. Was Betroffene Ihnen schicken: Screenshots ihrer Chats mit dem Fake-Verkäufer, die Ausweiskopie, die sie erhalten haben, Zahlungsdaten (IBAN, Link, Betrag).
  4. Eine Chronik: wann Sie davon erfahren haben, wer Sie kontaktiert hat, was Sie wo gemeldet haben.

Schreiben Sie den Betrüger nicht an: Das warnt ihn nur vor.

3. Melden Sie Profil und Anzeigen auf Kleinanzeigen

Laut Hilfebereich von Kleinanzeigen:

  1. Anzeige oder Profil melden: Den Meldebutton finden Sie direkt in der Anzeige. Melden Sie jede Anzeige einzeln und das Profil.
  2. Nutzer aus dem Chat melden: Öffnen Sie unter Nachrichten die Unterhaltung, tippen Sie auf die drei Punkte oben rechts und wählen Sie Nutzer melden. Grund auswählen und absenden.
  3. Kontaktieren Sie den Support über den Hilfebereich, wenn Sie selbst nie mit dem Fake-Account geschrieben haben oder er wieder auftaucht. Hängen Sie Screenshots an und schreiben Sie klar: „Dieses Konto nutzt meinen Namen und meine Fotos, um Käufer zu betrügen. Ich bin die betroffene Person und kann mich ausweisen.“

Kleinanzeigen rät Betroffenen selbst, alles per Screenshot zu dokumentieren und die Polizei zu informieren, auch bei einem Betrugsversuch.

4. Melden Sie auf Vinted

Der Vinted-Hilfebereich beschreibt drei Meldewege, in der App und im Browser:

  1. Profil: Profil öffnen, oben rechts auf das 3-Punkte-Symbol tippen, dann Melden. Grund wählen, Details ergänzen, absenden.
  2. Jede Anzeige: Artikel öffnen, 3-Punkte-Symbol (am Computer das Flaggen-Symbol), dann Melden.
  3. Nachricht: im Chat oben rechts auf das ⓘ-Symbol, dann Melden.

Vinted bestätigt laut Hilfebereich den Eingang, prüft die Meldung, kann Inhalte entfernen oder das Konto sperren und teilt Ihnen die Entscheidung mit, gegen die Sie Widerspruch einlegen können. Bitten Sie auch die Betroffenen, aus ihrem Konto zu melden.

Wenn die Plattform nicht reagiert: Kleinanzeigen und Vinted sind Online-Plattformen im Sinne des Digital Services Act. Sie müssen Meldungen rechtswidriger Inhalte bearbeiten und ein internes Beschwerdeverfahren gegen ihre Entscheidungen anbieten. Den Text liefert unsere Vorlage für den Löschantrag.

5. Warnen Sie Käufer und schützen Sie Ihren Ausweis

  1. Veröffentlichen Sie eine Warnung in Ihren sozialen Netzwerken und auf Ihrem echten Verkaufsprofil: „Ein Fake-Account verkauft unter meinem Namen und mit meinen Fotos. Ich verkaufe nur über [Link]. Zahlen Sie nie außerhalb der Plattform.“
  2. Antworten Sie Betroffenen sachlich: Sie sind nicht der Verkäufer, Sie haben gemeldet, und sie sollten sofort ihre Bank anrufen und Anzeige erstatten.
  3. Ihr Ausweis kursiert? Das Europäische Verbraucherzentrum rät: Anzeige erstatten, ein neues Dokument beantragen, damit das alte wertlos wird, Bank informieren und Auskunfteien wie die Schufa über den Missbrauch unterrichten. Widersprechen Sie jeder unberechtigten Forderung schriftlich.
  4. Künftig jede Ausweiskopie kennzeichnen: deutlich als „Kopie“ markieren, mit Zweck und Datum („Kopie für Wohnungsbewerbung, März 2026“), und nicht benötigte Angaben schwärzen.
  5. Werden Ihre privaten Fotos auch anderswo genutzt, lesen Sie unseren Ratgeber Fotos geklaut: was tun?.

6. Erstatten Sie Anzeige

  1. Für sich selbst: Anzeige bei der Polizei oder online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Legen Sie URLs, Screenshots und die Nachrichten der Betroffenen bei. Das Aktenzeichen hilft, wenn ein Käufer, ein Inkassobüro oder eine Bank Sie in Anspruch nehmen will.
  2. Für die Betroffenen: Sie erstatten selbst Anzeige wegen Betrugs.
  3. Österreich: Anzeige bei jeder Polizeidienststelle. Schweiz: Meldung über cybercrimepolice.ch oder bei der Kantonspolizei.

7. Was das Gesetz sagt

Einen eigenen Straftatbestand „Identitätsdiebstahl“ gibt es in Deutschland nicht. Wer unter Ihrem Namen Ware verkauft, die nie kommt, begeht Betrug (§ 263 StGB). Ein Fake-Profil kann außerdem eine Fälschung beweiserheblicher Daten sein (§ 269 StGB). Die Verbreitung Ihrer Fotos ohne Einwilligung verletzt das Recht am eigenen Bild (§§ 22, 33 KUG). In der Schweiz ist Identitätsmissbrauch seit 2023 strafbar (Art. 179decies StGB). Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung: Für Ihren Fall sprechen Sie mit einer Anwältin oder einem Anwalt.

Fake-Accounts löschen lassen

Fake-Verkäuferprofile mit Ihrem Namen und Ihren Fotos tauchen oft auf mehreren Plattformen und wiederholt auf. Unser Service Fake-Profil löschen lassen sucht die Konten und Anzeigen, die Sie nutzen, meldet sie mit den Nachweisen, die Plattformen verlangen, fasst nach, bis eine Antwort kommt, und beginnt neu, wenn ein Konto zurückkehrt. Unser Team und unsere KI-Technologien suchen, sichern Beweise, melden und haken nach, mit beeindruckender Effizienz. Jede Meldung wird vor dem Versand geprüft. Das Geld der Betroffenen holen wir nicht zurück, und die Anzeige ersetzen wir nicht. Siehe Preise.

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Häufige Fragen

Ein betrogener Käufer beschuldigt mich und droht mit Anzeige. Was tun?
Erklären Sie ihm, dass Ihre Identität missbraucht wird, und erstatten Sie sofort selbst Anzeige. Aktenzeichen und Plattform-Meldungen belegen Ihren guten Glauben. Bewahren Sie alle Nachrichten auf. Erhalten Sie Post von Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht, sprechen Sie mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
Sagt mir Kleinanzeigen oder Vinted, wer hinter dem Fake-Account steckt?
Ihnen direkt nicht. Plattformen geben solche Daten an Ermittlungsbehörden oder auf gerichtliche Anordnung heraus. Auch deshalb ist die Anzeige wichtig.
Der Account wurde gelöscht, aber ein neuer ist da. Was nun?
Melden Sie den neuen genauso, nennen Sie den alten Nutzernamen und Ihre früheren Meldungen und reichen Sie den neuen Account bei der Polizei unter Ihrem Aktenzeichen nach.
Woher hat der Betrüger meinen Ausweis?
Oft aus einer Kopie für eine Wohnung, einen Job oder einen Vertrag, aus einem Datenleck oder aus einem gehackten E-Mail-Konto. Sichern Sie Ihr E-Mail-Konto und kennzeichnen Sie künftige Kopien.
Brauche ich ein Konto auf der Plattform, um zu melden?
Für Meldungen aus einer Anzeige oder einem Profil müssen Sie angemeldet sein. Ohne Konto nutzen Sie das Kontaktformular im Hilfebereich oder bitten Betroffene, aus ihrem Konto zu melden.

Quellen

  1. Kleinanzeigen Hilfe, „Sicher handeln auf Kleinanzeigen – so erkennst du Betrug“
  2. Kleinanzeigen Hilfe, „Wie melde ich eine unangemessene Nachricht?“
  3. Vinted Hilfe, Mitglieder oder Artikel melden
  4. Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland, „Identitätsdiebstahl: So reagieren Sie richtig“
  5. BMJV, hilfe-info.de: Onlinewachen der Länder
  6. NEDIK, cybercrimepolice.ch: Ereignis melden
  7. § 263 StGB (Betrug)
  8. § 269 StGB (Fälschung beweiserheblicher Daten)
  9. § 33 KUG
  10. Art. 179decies StGB (Schweiz), Identitätsmissbrauch
  11. Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 16 und 20