Heilberuf: Jemand gibt sich als Sie aus. In 4 Schritten: 1. Beweise sichern. Datierte Screenshots, URL, Name des Werbetreibenden und Zielseite. 2. Löschen lassen. Jede Anzeige und jeden Fake-Account, über die Formulare der Plattformen. 3. Kammer informieren. Schriftlich, dann Patienten warnen, ohne je einen von ihnen zu nennen. 4. Melden, anzeigen. Die Website den Behörden melden, Anzeige bei der Polizei erstatten.Heilberuf: Jemand gibt sich als Sie aus. In 4 Schritten: 1. Beweise sichern. Datierte Screenshots, URL, Name des Werbetreibenden und Zielseite. 2. Löschen lassen. Jede Anzeige und jeden Fake-Account, über die Formulare der Plattformen. 3. Kammer informieren. Schriftlich, dann Patienten warnen, ohne je einen von ihnen zu nennen. 4. Melden, anzeigen. Die Website den Behörden melden, Anzeige bei der Polizei erstatten.Heilberuf: Jemand gibt sich als Sie aus. In 4 Schritten: 1. Beweise sichern. Datierte Screenshots, URL, Name des Werbetreibenden und Zielseite. 2. Löschen lassen. Jede Anzeige und jeden Fake-Account, über die Formulare der Plattformen. 3. Kammer informieren. Schriftlich, dann Patienten warnen, ohne je einen von ihnen zu nennen. 4. Melden, anzeigen. Die Website den Behörden melden, Anzeige bei der Polizei erstatten.
Auf dieser Seite

1. Was genau passiert?

Was Sie sehenIhr FallWas tun
Ein Video oder eine Anzeige zeigt Sie, wie Sie ein Heilmittel, ein Präparat oder eine „Kur“ empfehlen, oft mit KI-verändertem Gesicht oder StimmeFake-Werbung, oft ein DeepfakeAbschnitte 2, 3 und 5 sowie unser Ratgeber Fake-Werbung mit meinem Gesicht
Ein Instagram-, Facebook- oder anderer Account trägt Ihren Namen und Ihr Foto und schreibt Patienten anFake-Account, IdentitätsmissbrauchAbschnitte 2 und 3, Instagram-Fake-Account melden und Facebook-Fake-Account melden
Eine Website, ein Account oder ein Messenger bietet in Ihrem Namen „Sprechstunden“ oder „Videosprechstunden“ gegen Vorkasse anFalsche Online-Sprechstunde, wahrscheinlich BetrugAbschnitte 2, 5 und 7
Patienten erhalten Anrufe oder Sprachnachrichten mit Ihrer StimmeGeklonte StimmeAbschnitt 6 und Stimme mit KI geklont
Eine Website verkauft ein Produkt, „empfohlen von Dr. …“ oder „entwickelt von einer Apothekerin“Irreführende Werbung, manchmal ein illegales GesundheitsproduktAbschnitt 5
Patienten fragen Sie, ob Sie das wirklich sindAntworten, ohne die Schweigepflicht zu verletzenAbschnitt 6

Das Muster ist bekannt. Im Juli 2024 berichtete die britische Fachzeitschrift The BMJ, dass bekannte Fernsehärzte in KI-gefälschten Videos („Deepfakes“) für Produkte werben, die angeblich Bluthochdruck und Diabetes heilen. Bekannte Ärztinnen und Ärzte trifft es am häufigsten, doch ein Name, ein Profilfoto und ein Titel genügen für einen Fake-Account.

2. Erste Schritte, vor jeder Meldung

  1. Machen Sie datierte Screenshots jeder Anzeige, jedes Accounts, jeder Seite und Nachricht, und notieren Sie jeweils die genaue Adresse (URL). Bei einer Anzeige zusätzlich: den Namen des Werbetreibenden und die Website, auf die sie verlinkt. Die vollständige Methode steht in unserem Ratgeber Beweise sichern vor der Meldung.
  2. Nichts anklicken, nichts kaufen, nicht antworten. Kommentieren Sie nicht unter der Anzeige: Ihre Richtigstellung gehört auf Ihre eigenen Kanäle (Abschnitt 6).
  3. Bitten Sie Ihr berufliches Umfeld (Praxisteam, Kolleginnen und Kollegen, die Apotheke nebenan), Ihnen Screenshots zu schicken, statt die Inhalte weiterzuleiten.
  4. Bewahren Sie Nachrichten von Patienten, die Sie warnen, in Ihrem beruflichen Postfach auf, nicht in einer geteilten Gruppe oder in sozialen Netzwerken: Sie unterliegen der Schweigepflicht (Abschnitt 6).
  5. Führen Sie ein Protokoll: Datum, Plattform, gewählter Meldegrund, Vorgangsnummer, Antwort. Es hilft gegenüber Kammer, Polizei und Versicherung und zeigt im Rückblick, dass Sie schnell und konsequent reagiert haben.

3. Anzeigen und Fake-Accounts löschen lassen

Die Anleitung für jede Plattform (Facebook, Instagram, Google, YouTube, TikTok, Werbebibliotheken) steht in unserem Ratgeber Fake-Werbung mit meinem Gesicht. Für Accounts: Instagram, Facebook, WhatsApp. Was sich ändert, wenn Sie in einem Heilberuf arbeiten:

  1. Melden Sie jede Anzeige einzeln, als Betrug oder Identitätsmissbrauch. Die Google-Ads-Richtlinien verbieten, Namen, Bild oder Stimme einer bekannten Person zu nutzen, um ohne deren Zustimmung eine Empfehlung vorzutäuschen, auch mit KI-generierten Videos: Nennen Sie diese Regel, wenn sie passt.
  2. Sagen Sie, wer Sie sind, im Freitextfeld. Zum Beispiel: „Ich bin [Beruf], [Name], Mitglied der [Kammer], Praxis in [Ort]. Ich habe dieses Produkt nie empfohlen und keiner Nutzung zugestimmt. Die Anzeige verwendet meinen Namen und ein mit KI verändertes Bild von mir, um ein mir unbekanntes Produkt als Behandlung darzustellen. Sie gefährdet die Gesundheit von Patienten.“
  3. Nutzen Sie das Formular für Identitätsmissbrauch für die Seite oder den Account, der die Anzeige schaltet, wenn er Ihren Namen trägt. Bei Instagram ist dieses Formular der betroffenen Person oder ihrer bevollmächtigten Vertretung vorbehalten, mit Ausweis. Senden Sie den Ausweis nur über das offizielle Formular.
  4. Kopiert eine Fake-Website den Namen Ihrer Praxis oder Apotheke, melden Sie sie beim Hoster und beim Registrar: siehe Fake-Website eines Unternehmens. Erscheint sie bei Google unter Ihrem Namen, siehe Google-Suchergebnis löschen lassen.
  5. Lehnt die Plattform ab oder antwortet nicht, melden Sie den Inhalt in der EU als rechtswidrig nach dem Digital Services Act (Art. 16) und nutzen dann die interne Beschwerde. Unsere Vorlage für einen Löschantrag liefert die Formulierung.

4. Ihre Kammer informieren und Patienten eine Prüfmöglichkeit geben

  1. Ärztinnen und Ärzte sind Pflichtmitglied ihrer Landesärztekammer (es gibt 17). Eine Kammer löscht keine Werbung, aber eine schriftliche Information verschafft Ihnen einen datierten Nachweis, und die Kammer weiß Bescheid, falls Patienten oder Kollegen nachfragen. Schreiben Sie: was kursiert (mit Screenshots und URLs), dass Sie nie zugestimmt haben und nichts verkaufen, was Sie bereits unternommen haben, und bei Bedarf die Bitte um Rat.
  2. Andere Heilberufe wenden sich ebenso an ihre Kammer oder, wenn es keine gibt, an ihren Berufsverband oder ihre Einrichtung.
  3. Eine einfache Prüfmöglichkeit für Patienten: Die Bundesärztekammer verweist auf ihrer Website für jedes Bundesland auf die Arztsuche der Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung. Sagen Sie Ihren Patienten: Im Zweifel dort nachsehen und die Praxis unter der dort genannten Nummer anrufen, nie unter einer Nummer aus einer Anzeige.

5. Produkt, Website oder falsche Sprechstunde: an Behörden melden

  1. Geht es um ein Arzneimittel (ohne Rezept verkauft, als „natürliche“ Version einer Therapie angepriesen oder gefälscht), sagen Sie das in jeder Meldung. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt: „Im Internet tauchen immer wieder Betrüger auf. Beim Handel mit Arzneimitteln laufen Sie dann Gefahr, Fälschungen zu erhalten.“
  2. Legale Online-Apotheken prüfen: Das BfArM führt ein Versandhandels-Register, und legale Versender zeigen das EU-Sicherheitslogo. Wird der Name Ihrer Apotheke kopiert, verweisen Sie Ihre Kundschaft auf diese Prüfung.
  3. Anzeige bei der Polizei: In Deutschland geht das auch über die Onlinewachen der Länder. In der Schweiz bietet cybercrimepolice.ch ein Online-Meldeformular für Cyberdelikte; in Österreich wenden Sie sich an die Polizei.
  4. Haben Patienten gezahlt, sollen sie sofort ihre Bank anrufen und selbst Anzeige erstatten. Bieten Sie nicht an, ihnen das Geld zu erstatten: Das ist nicht Ihre Aufgabe, und Betrüger nutzen solche Angebote mitunter für einen zweiten Betrug, etwa mit einem falschen „Erstattungsservice“.

6. Patienten warnen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen

Eine kurze Nachricht zum Anpassen: „Achtung: Anzeigen und Accounts verwenden meinen Namen, mein Foto und teilweise meine Stimme, um [eine Behandlung, ein Präparat, Online-Sprechstunden] zu verkaufen. Das bin nicht ich. Ich verkaufe keine Produkte im Internet und biete keine Sprechstunden über private Nachrichten an. Termine nur über [die Praxisnummer, Ihren üblichen Buchungsweg]. Im Zweifel rufen Sie die Praxis an.“

Wo Sie sie verbreiten:

  1. Im Wartezimmer und am Empfang: ein Aushang und ein Satz für das Team, wenn Patienten fragen.
  2. Auf der Praxis-Website und Ihren beruflichen Accounts, oben angeheftet.
  3. Auf der Ansage des Anrufbeantworters, solange die Anzeigen laufen.
  4. Auf Ihrer Online-Terminseite, falls Ihr Buchungstool einen Hinweis erlaubt (prüfen Sie die Einstellungen oder fragen Sie den Support).
  5. Bei Kolleginnen, Kollegen und Apotheken, die Ihnen Patienten schicken.

Die Schweigepflicht gilt auch unter einer Fake-Anzeige:

  1. Antworten Sie nie öffentlich zu Gesundheit oder Behandlung eines Patienten und bestätigen Sie nicht einmal, dass jemand Ihr Patient ist, auch wenn er unter der Anzeige oder Ihrer Warnung kommentiert.
  2. Nutzen Sie eine neutrale öffentliche Antwort: „Persönliche Fragen beantworte ich hier nicht. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit wenden Sie sich bitte an die Praxis.“
  3. Sagt ein Patient, er habe das Produkt genommen oder eine Therapie abgesetzt, sprechen Sie in der Sprechstunde darüber, nicht öffentlich.
  4. Fügen Sie keine Gesundheitsdaten an Ihre Meldungen, Ihr Schreiben an die Kammer oder Ihre Anzeige an. Ein betrogener Patient kann selbst Anzeige erstatten.

Woran Patienten eine Fälschung erkennen können. Geben Sie Ihrem Team drei einfache Sätze mit, die es am Telefon wiederholen kann:

  1. „Die Praxis verkauft keine Produkte über Anzeigen oder soziale Netzwerke.“
  2. „Termine gibt es nur über unsere übliche Nummer und unseren üblichen Buchungsweg.“
  3. „Wer schon gezahlt hat, ruft bitte sofort seine Bank an und erstattet Anzeige.“

So bekommen alle Patienten dieselbe Antwort, und niemand muss über einen Einzelfall sprechen.

Wenn es Ihre Stimme ist: Forscher von McAfee fanden heraus, dass drei Sekunden Tonaufnahme genügen, um einen Klon mit 85 % Übereinstimmung zu erzeugen; ein Interview oder ein Video im Netz reicht also. Sagen Sie Team und Patienten, dass Sie nie anrufen, um etwas zu verkaufen, und lesen Sie Stimme mit KI geklont.

7. Was rechtlich gilt

Die Plattformregeln verbieten Identitätsmissbrauch und betrügerische Werbung, deshalb genügt oft eine gut gemachte Meldung. Wer andere mit falscher Identität zu einer Zahlung bringt, kann sich strafbar machen; wie genau, richtet sich nach dem Recht Ihres Landes, und diese Seite nimmt dazu bewusst keine Einordnung vor. Auf EU-Ebene verpflichtet der Digital Services Act (Art. 16) Hosting-Dienste, rechtswidrige Inhalte melden zu lassen, und Ihr Name und Ihr Bild sind personenbezogene Daten, deren Löschung Sie nach Art. 17 DSGVO verlangen können. Bringen Sie zur Anzeige Screenshots, URLs, Ihr Protokoll und die Kopie Ihres Schreibens an die Kammer mit. Enthält Ihre Berufsversicherung einen Rechtsschutz, informieren Sie den Versicherer. Wer hinter dem Account steckt, verraten Plattformen nicht; das gelingt nur über ein Ermittlungsverfahren. Diese Seite ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung: Für Ihren Fall wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt. Mehr unter Identitätsdiebstahl: Was tun?.

Was wir für Sie übernehmen

Wenn Anzeigen und Fake-Accounts schneller zurückkommen, als Sie sie zwischen zwei Sprechstunden melden können, übernimmt unser Service Fake-Profil löschen lassen. Auf unserer Seite für Profis erfahren Sie, wie wir mit Heilberufen, Führungskräften und Creators arbeiten. Wir finden die Anzeigen desselben Betrügers und die Accounts mit Ihrem Namen, melden sie mit dem richtigen Grund und datierten Beweisen und haken nach. Unser Team und unsere KI-Technologien suchen, sichern Beweise, melden und haken nach, mit beeindruckender Effizienz. Jede Meldung wird vor dem Versand geprüft. Danach bleibt das Online-Schutzschild bestehen: Jeden Tag eine automatisierte Prüfung. Jede Woche ein umfassender Check-up Ihrer Online-Präsenz. Sobald wir etwas finden, handeln wir. Wir ersetzen weder Ihre Kammer noch die Polizei noch eine Anwältin. Senden Sie uns keine Gesundheitsdaten Ihrer Patienten: Wir brauchen sie nicht. Ein Ergebnis wird nicht garantiert, die endgültige Entscheidung trifft die Plattform. Festpreis, Erstattung, wenn keine Maßnahme möglich ist: siehe Preise. Ihre privaten Inhalte sind gerade geleakt oder ein Fake-Account betrügt Ihr Umfeld? Siehe unseren Notfall-Einsatz.

Ist eine minderjährige Person betroffen oder in Gefahr, wählen Sie im Notfall die 112. Kostenlose Beratung für Kinder und Jugendliche: die Nummer gegen Kummer (116 111) in Deutschland, Rat auf Draht (147) in Österreich, die 147 von Pro Juventute in der Schweiz.

Geprüft von Léo, Gründer von SOS Deepfake.

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FAQ

Kann mir die Kammer eine Fake-Anzeige vorwerfen?
Für Ihre Kammer oder eine Anwältin können wir nicht antworten. Was in jedem Fall hilft: eine schnelle öffentliche Warnung, datierte Meldungen an die Plattformen und ein Schreiben an die Kammer, das zeigt, dass Sie gehandelt haben.
Soll ich Patienten antworten, die unter der Anzeige kommentieren?
Nicht öffentlich und nie zu ihrer Gesundheit. Veröffentlichen Sie Ihre Warnung auf Ihren eigenen Kanälen und verweisen Sie unter einem Kommentar nur auf die Praxis.
Die Plattform verlangt meinen Ausweis. Ist das normal?
Ja, bei manchen Formularen für Identitätsmissbrauch, etwa bei Instagram. Senden Sie ihn nur über das offizielle Formular, nie an einen Account, der sich als „Support“ ausgibt.
Ich bin Physiotherapeut, Psychotherapeutin oder Apotheker. Gelten dieselben Schritte?
Ja für Beweise, Meldungen, Behörden, Anzeige und Patienteninformation. Nur die zuständige Kammer oder Berufsorganisation ändert sich.
Kommen die Anzeigen wieder?
Oft ja: Betrüger starten dieselbe Kampagne über neue Accounts. Suchen Sie regelmäßig nach Ihrem Namen in den Werbebibliotheken (siehe Fake-Werbung mit meinem Gesicht) und lassen Sie Ihre Warnung angeheftet.

Quellen

  1. BMJ Group, „Trusted TV doctors ‘deepfaked’ to promote health scams on social media“ (18. Juli 2024)
  2. Bundesärztekammer, „Über uns“ (17 Landesärztekammern, Pflichtmitgliedschaft)
  3. Bundesärztekammer, Arztsuche (Beispiel Bayern)
  4. BfArM, Illegaler Arzneimittelversand und Arzneimittelfälschungen
  5. BfArM, Versandhandels-Register
  6. BfArM, EU-Sicherheitslogo
  7. Google-Ads-Richtlinien, unzulässige Geschäftspraktiken
  8. Instagram, Formular für Identitätsmissbrauch
  9. BMJV, hilfe-info.de: Onlinewachen der Länder
  10. cybercrimepolice.ch (NEDIK), Ereignis melden
  11. Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 16
  12. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 17
  13. McAfee, „Artificial Imposters“ (Stimmklon)
  14. Nummer gegen Kummer, Kinder- und Jugendtelefon 116 111
  15. Rat auf Draht, 147 (Österreich)
  16. Pro Juventute, 147 (Schweiz)